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Driesen Das Amtsgericht mit dem Turm. Im Hintergrund die evgl. Kirche.
[Stadtplan von Driesen]
(Repro: 2011 khd) |
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Driesen war lange Zeit ein Streitobjekt zwischen Polen und Pommern. Die Stadt ging 1402 an den
deutschen Orden und später dann an Brandenburg. Kurfürst Joachim ließ 1602
anstellte der alten Burg eine Festung bauen. Etwas später entstand eine Glashütte und
eine Salzsiederei. Viele Kolonisten siedelten sich in der Niederung der Netze an. Später
florierte hier der Holzhandel und das Tuchmachergewerbe.
Von den 3 Städten Driesen, Friedeberg und Woldenberg des Kreises Friedeberg war Driesen vor 1945
wohl die modernste Stadt. Neben der Elektrizität gab es eine Versorgung mit Stadtgas durch eine
eigene Gasanstalt. Auch die Wasserversorgung erfolgte bereits seit 1907 durch Wasserleitungen, und die
Abwässer wurden durch eine Kanalisation einer Kläranstalt zugeführt, bevor sie in die
Netze geleitet wurden. In Woldenberg gab es bis 1945 weder Gas noch eine Wasserleitung und
Kanalisation.
Das lag natürlich auch daran, daß Driesen wegen der dort vorhandenen Industrie-
Ansiedlungen reicher war. In Driesen ansässig waren u. a. holzverarbeitende Betriebe, etliche
Zigarren-Fabriken, die Metallwerke Stiller G.m.b.H., die Maschinenfabrik Broßart &
Schmidt, diverse Handelsfirmen und das große Bauunternehmen Polensky & Zöllner mit
ihrem Hauptsitz im Driesener Schloß. Mit dem Driesener Bahnhof im Vorort Vordamm
(nördlich des Stadtgebiets) verfügte Driesen zudem über eine schnelle, direkte
Eisenbahn- Verbindung über die Ostbahn zur Hauptstadt Berlin.
Driesen wurde Ende Januar 1945 nur zu etwa 20 % zerstört, weshalb im heutigen Drezdenko noch viele
alte Gebäude aus der Driesener Zeit vorhanden sind. Im Jahr 1939 lebten in Driesen 5.674 Einwohner
(meist evangelisch) in 1.844 Haushalten.