IN MEMORIAM PAPA ( 1974)
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Reste der alten Woldenberger Stadtmauer mit Storchnest um 1943, von der heute noch
ein Stumpf existiert.
(Repro: 2000 khd)
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SAN JOSÉ [
1]
/BERLIN 3.10.2001
(
khd). Man darf nie seine
Wurzeln vergessen. Und dazu gehören nicht nur die Menschen sondern auch das Umfeld die
heimatlichen Orte, an denen man aufwuchs. Meine Großeltern lebten bis 1945 in der Kleinstadt
Woldenberg in der
Neumark
heute das polnische
Dobiegniew in der
Wojewodschaft Lubuskie (Lebuser Land). Dort in einer zauberhaften
Seenlandschaft verbrachte ich zusammen
mit meinen Geschwistern fern vom mörderischen Bombenkrieg in Berlin bis zur Flucht
Ende Januar 1945 meine ersten beiden Schuljahre.
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Das Wappen von Woldenberg.
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Faszinierend war in Woldenberg für uns Kinder, daß es noch Reste der mittelalterlichen
Stadtmauer und ein richtiges
Rittergut gab. Und jeden Tag führte mein Schulweg an diesen kleinen ‚Weltwundern‘
vorbei. Aber auch die große, rote Woldenberger Kirche am Marktplatz, wo einst Opa Kantor und
Organist war, und nahebei der riesige Woldenberger See, in dem es so viele Aale, Barsche, Karpfen und
Plötzen gab, sind Marksteine in der Erinnerung geblieben. Und die Süßwasserfische vom
Fischer Rosengarten schmeckten so gut, in der Art wie Oma sie auf
‚
polnische Art‘ mit
selbstgebackenem Pfefferkuchen und Braunbier zubereitete vor allem so ein großer
achtpfündiger Spiegelkarpfen.
Von meinen Verwandten habe ich reichlich Material zu Woldenberg und seiner Umgebung geerbt, das diese
über viele Jahre mühsam zusammengetragen haben. Und es wäre sehr schade, wenn diese
Informationen in Kartons vergilben und verstauben würden. Deshalb sollen ausgewählte Texte,
Karten und Bilder nach und nach digital aufgearbeitet werden, um im weltweiten Netz das Wissen anderer zu
vermehren.

Berichtet werden soll aber nicht nur über die Woldenberger Gegend, sondern auch über die
Neumark, auch etwas von Pommern und natürlich vom heutigen Dobiegniew. Mißlich ist
allerdings, daß es von den alten Fotos meistens keine Negative gibt nur Papierbilder. Und
von solchen lassen sich nun mal keine Qualitätsfotos mehr digital reproduzieren. Immerhin kann
manchmal mit digitalen Mitteln etwas ‚gezaubert‘ werden.
Im Internet ist diese Leitseite (Web-Seite) zu finden unter:
http://www.woldenberg-neumark.eu/
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Bahnhofstraße Ecke Kastanienplatz um 1935. In dem Eckhaus (Bahnhofstraße 1) war Anfang der
1940er-Jahre Schuchardts famoser Kolonialwaren-Laden, in dem es noch 1943 einmalig schmeckende marinierte
Muscheln ohne Marken gab.
(Repro: 2000 khd)
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Ein alter Woldenberg-Prospekt
Ein kleines Highlight dieser Woldenberg/Dobiegniew- Präsentation ist der in der Hinterlassenschaft
gefundene
Reise-Prospekt
Woldenberg
(Neumark) aus der Zeit um 1930. Neben viele alten Woldenberg- Fotos enthält er eine kurze
Beschreibung der Vorzüge der
Gegend um Woldenberg, das keine Industriestadt war. Auch sind die interessanten Fahrpläne der
Post-Busse und
Eisenbahn enthalten. Die in dem Faltblatt
beschriebenen
6 Ausflüge in die
Umgebung sind auch heute noch attraktiv, denn an der lieblichen Seen- und Wald- Landschaft
um Dobiegniew herum hat sich kaum etwas
geändert. Der kompletten Reproduktion des alten Prospekts ist eine
besondere Seite im Rahmen der Foto-Galerien gewidmet.
Fotos auf einen Klick
Wie sah es wo damals vor 1945 in Woldenberg aus? Um diese Frage zu beantworten, wurde
eine
Foto-Schnellsuche eingerichtet. In einem
Stadtplan von Woldenberg sind mit roten Punkten die wichtigsten Standorte der im
Rahmen dieser Web- Präsentation publizierten Alt- Fotos markiert. Diese Punkte lassen sich
anklicken. In einem neuen Fenster erscheint dann das dazugehörige Foto. Da nicht alle Fotos
in diese anklickbare Grafik aufgenommen werden konnten, gibt es zu den Woldenberger
‚Vororten‘ noch eine
Tabelle mit Links. Besonders interessant sind die
alten Luftaufnahmen von Woldenberg.
Auch gibt es noch eine
Liste
sämtlicher Fotos, die hier publiziert worden sind, so daß darin mit dem Browser
gesucht werden kann.
Dobiegniew aus der Luft gesehen
Ein weiteres Highlight dieser Web-Präsentation sind mit Sicherheit die aktuellen
Luftaufnahmen von Dobiegniew. Diese vermitteln einen
guten Eindruck, wie heute das frühere Woldenberg aussieht. Auch wird aus ihnen im Vergleich mit der
Luftaufnahme des alten Woldenberger
Stadtkerns deutlich, was alles an Gebäuden noch am Schluß des Zweiten Weltkriegs verloren
ging. Den Neubewohner blieb so nach 1945 nichts anderes übrig, als in harter Arbeit die kleine Stadt
nach ihren Bedürfnissen neu zu gestalten. Aber auch der besondere Reiz der zauberhaften
Seenlandschaft um Dobiegniew herum
kann bereits aus dem
1. Foto abgelesen werden. Und
irgendwie bekommt man Lust, wenigstens die
alten
Ausflugtips in die Tat umzusetzen.
Erinnerungen an einen alten Bauernhof
Südöstlich von Woldenberg lag ein großer Bauernhof
Bayers Hof. Dieser Hof ist eng mit unserer Familiengeschichte
verbunden. Denn er gehörte meinen Urgroßeltern Otto und Auguste Bayer. Auch wenn der Hof
bereits 1907 verkauft wurde, ranken sich doch viele Geschichten, Erzählungen und Erinnerungen um
dieses Gehöft in der landschaftlich einmaligen Lage im
Bogen des Mehrenthiner Fließes. In einem
Report ist das Wenige, was (mir) bekannt ist, festgehalten. Auch
konnten einige 100 Jahre
alte Fotos ausfindig
gemacht werden. Vor allem aber wird Bayers Hof in den überlieferten und immer wieder
nachgekochten
Kochrezepten (fine cooking recipes from
Bayer’s Hof) weiterleben. Und erst 2009 stellte sich (für mich) heraus, daß es diesen
Gutshof
noch immer gibt.
Was gibt es sonst noch?
Mit dieser Leitseite soll ein leichter Zugang zu dem bislang im Internet archivierten und reichlich
verlinkten Woldenberg- Material angeboten werden. Und wer es ganz genau wissen will, was alles geboten
wird, sollte auf der Seite mit der
Site-map
(Inhaltsverzeichnis) nachschauen. Zwar sind alle Artikel und Fotos über die wichtigsten Internet-
Suchmaschinen direkt auffindbar. Aber das ist oft ein Glücksspiel, da die Suchalgorithmen noch sehr
weit davon entfernt sind, immer nützliche Ergebnislisten zu liefern.
Die in (...) angegebenen Nummern geben die vorgeschlagene Reihenfolge eines
Rundgangs durch
die wichtigsten zum Projekt gehörenden Webseiten an. Dazu braucht man nur den Links am
jeweiligen Ende der Seite (unten rechts) zu folgen. Außerdem können Sie auch noch eine
Seite zur
Geschichte Woldenbergs
besuchen, und auf Extraseiten gibt es eine ganze Reihe von
Artikeln und Geschichten.
Und wollen Sie eine Suchanfrage stellen, sich vielleicht für diese umfangreichen Informationen
bedanken oder Anregungen geben wollen, dann nutzen Sie dazu die
Forum/Gästebuch- Eingabe-Seite. Natürlich ist auch Kritik
willkommen.
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