Beim Brückenbauen zwischen Deutschen und Polen werden oft Knüppel zwischen die Füße
geworfen. So auch im Sommer 2006. Urplötzlich gibt es einen schweren deutsch-polnischen
Eisenbahnkonflikt, da die
Deutsche Bahn das Ansinnen
hat, ab 10. Dezember nicht mehr selbst die Strecke der Ostbahn zwischen Berlin und Kostrzyn
(Küstrin) zu betreiben. Den Zugverkehr im Stundentakt soll die private Eisenbahngesellschaft NEB
(Niederbarnimer Eisenbahn) übernehmen. Das aber gefällt der polnischen Eisenbahnbehörde
UTK überhaupt nicht. Sie will keine Privat- Eisenbahnen auf ihren Schienen.
So könnte es passieren, daß demnächst Reisende per Bahn nur bis zum deutschen
Küstrin-Kietz kommen, mit Gepäck per Fuß den weiten Weg über die Oderbrücke
laufen müssen, um dann im polnischen Kostrzyn einen Zug der polnischen Staatsbahn PKP zu erreichen. Und wer gedacht hatte, daß im geeinten Europa
endlich die Züge aus Berlin nicht mehr nur in Kostrzyn enden und zumindest über Gorzow
(Landsberg) bis Krzyz (Kreuz) durchfahren, der wird durch solch kleinkariertes Agieren bitter
enttäuscht. Immerhin ist Polen seit dem 1. Mai 2004 Mitglied der EU, und eigentlich sollte
EU-Recht nationales Recht brechen auch bei den Betriebsgenehmigungen.
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