Dobiegniew (Polen)   —  Dies & Das – Teil 1 khd
Stand:  19.12.2013   (44. Ed.)  –  File: WBG/Ex/Dobiegniew_Dies&Das_01.html



Dobiegniew Diese Seite ist Teil eines Woldenberg-Reports. Woldenberg – heute das polnische Dobiegniew – war bis 1945 eine kleine Stadt in der Neumark (Nm), dem damals östlichsten Teil der Mark Brandenburg. Zwar wurde zum 1. Oktober 1938 der Landkreis Friedeberg/Nm mit Woldenberg der Provinz Pommern (Pm) zugeschlagen, dennoch fühlten sich die Einwohner weiterhin als Neumärker. Seit 1945 gehört Woldenberg/Pm zu Polen. [Geschichte Woldenbergs]

   
  D o b i e g n i e w
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Auf diesen „Dies & Das“-Seiten sind neben Informationen zur polnischen Kleinstadt Dobiegniew im Lebuser Land auch interessante Artikel zu den deutsch-polnischen Beziehungen dokumentiert. Die Dokumentationen stammen aus verschiedenen Quellen, die jeweils angegeben sind.

I n d e x :


Dobiegniew — Leben in der Nachkriegszeit (1)


Friedeberg unter sowjetischer Besatzung

Auszug aus: Geschichte der Stadt Strzelce Krajenskie / Friedeberg in der Neumark, Seite 70–71 von GRZEGORZ GRALINSKI (Strzelce).

     
  Berichte aus Dobiegniew aus dieser Zeit liegen nicht vor. Daher ist hier ein Report aus dem benachbarten Friedeberg wiedergegeben. Denn die Verhältnisse werden im früheren Woldenberg ähnlich gewesen sein, wie es auch aus dem Prochnow-Bericht von 1945 hervorgeht.  

      Im Januar 1945 hatte nur ein Teil der Einwohner Friedebergs die Stadt noch vor dem Einmarsch der sowjetischen Truppen, der am 29. Januar erfolgte, verlassen können, um möglichen Kampfhandlungen auszuweichen und den Grausamkeiten der Besatzungsmacht zu entgehen. Da in Friedeberg kaum deutsche Truppen waren, wurde die Stadt kampflos erobert.

      Erst später folgte eine weitgehende Zerstörung der Stadt (80 %) während der 2–3 Monate dauernden sowjetischen Besatzung. Im Februar und März 1945 wurden Maschinen und Ausrüstung der örtlichen Fabriken und Werkstätten zuerst demontiert und dann in die Sowjetunion überführt. Auch Möbel, wertvolle Kunstwerke sowie Zuchttiere wurden zur Beute der Besatzer. An der Tagesordnung waren auch Vergewaltigungen deutscher Frauen, Plünderung und Raub vom privatem und öffentlichem Hab und Gut, aber auch gezielte Brandstiftungen von Wohnhäusern.

      Anfang Februar wurde die Verwaltung der eroberten Stadt durch die sowjetische Bezirks-Kriegskommandantur mit dem Kommandanten Major Borys Bywaly an der Spitze übernommen. Sie residierte im Gebäude des ehemaligen deutschen Landratsamts. Anfangs basierte die Verwaltung auf dem deutschen System mit einem deutschen Bürgermeister. Weil sich die Stadt nahe der Front befand (bis zum 16. April 1945), waren vor allem die Versorgung der sowjetischen Armee, die Stabilisierung und Normalisierung des Lebens in der Stadt, aber auch die Verpflegung der Einwohner mit Grundnahrungsmitteln zu Hauptaufgaben der Kommandantur und der deutschen Verwaltung.

      Alle größeren Gebäude (hauptsächlich Schulgebäude) wurden zu Lazaretten umgestaltet. Die verwundeten sowjetischen Soldaten wurden dort vom russischen Sanitätssdienst behandelt, unterstützt von deutschen Ärzten und deutschen Hilfskräften.

      Wahrscheinlich wegen der immer häufigeren Fälle von Plünderungen der deutschen Bevölkerung und der Auflockerung der Disziplin innerhalb der sowjetischen Truppe, hatte man in der zweiten Hälfte des Februars eine Hilfsabteilung der polnischen Miliz bei der Kriegskommandantur ins Leben gerufen. Die Abteilung zählte 30 Personen. Sie bestand hauptsächlich aus ehemaligen Kriegsgefangenen des Offizierlagers (Oflag) II C Woldenberg (Dobiegniew) und wurde von Hauptmann Edmund Wojtal aufgestellt und dann kommandiert.

      Die polnische Miliz bewachte die Lagerhallen auf dem Bahnhof und ging zusammen mit den sowjetischen Soldaten auf Patrouille, um Sicherheit und Ordnung in der Stadt zu halten.

      In der polnischen historischen Literatur zu dieser Thematik finden wir keine Erwähnung über die Wirksamkeit der polnischen Miliz. Man sollte vermuten, dass die Abteilung nicht erfolgreich war und dass die Struktur selbst fehlerhaft war (in Friedeberg regierten immer noch die Sowjets), weil sowohl der Bahnhof samt Lagerhallen als auch der größte Teil der Altstadt, einschließlich der historischen Pfarrkirche, zerstört wurden.


Dobiegniew — Leben in der Nachkriegszeit (2)


Anfänge der polnischen Verwaltung

Auszug aus: Geschichte der Stadt Strzelce Krajenskie / Friedeberg in der Neumark, Seite 72–73 von GRZEGORZ GRALINSKI (Strzelce).

     
  Berichte aus Dobiegniew aus dieser Zeit liegen nicht vor. Daher ist hier ein Report aus dem benachbarten Friedeberg wiedergegeben. Denn die Verhältnisse werden im früheren Woldenberg ähnlich gewesen sein, wie es auch aus dem Prochnow-Bericht von 1945 hervorgeht.  

      Aus den erhalten gebliebenen Dokumenten geht hervor, dass die Anfänge der polnischen Verwaltung in Friedeberg (Strzelce) auf die erste Hälfte März 1945 zurückzuführen sind. Die Hauptrolle bei der Organisation der Verwaltung in den eroberten Westgebieten, darunter auch in Friedeberg, spielte Oberstleutnant Leonard Borkowicz, Bevollmächtigter der Provisorischen Regierung der Polnischen Republik bei der Kommandantur der 1. Weißrussischen Front mit dem Sitz in Posen (Poznan).

      Der Aufbau der neuen „Gesellschaftsordnung“ wurde von einer Sonderanordnung unterstützt, die vom Kommando und vom Kriegsrat der 1. Weißrussischen Front an die Chefs und Komendanten weitergeleitet wurde. Die Anordnung besagte, „dass man dort, wo noch kein Bevollmächtigter der Regierung der Polnischen Republik mit seiner Gruppe eingetroffen ist, sofort mit dem Aufbau der staatlichen, kommunalen und wirtschaftlichen Verwaltung beginnen soll, wobei auch einheimische Polen mit gutem Ruf helfen können. Sollten solche fehlen, werden die Kommandanten mehr oder weniger gezwungen sein, zu diesem Zweck die aus Deutschland zurückkommenden Polen aufzuhalten.“

      Daraus geht hervor, dass die Anfänge der polnischen Verwaltung vollkommen den sowjetischen Truppen untergeordnet waren. Im Falle von Friedeberg (Strzelce), haben die sowjetischen Behörden in erster Linie zurückkehrende Kriegsgefangene, vor allem Offiziere der polnischen Armee aus der Vorkriegszeit, zum Verwalten der Stadt aufgehalten (wahrscheinlich unter der Androhung einer Verschlepung in das Landesinnere der Sowjetunion oder einer sofortigen Erschießung). So war es auch bestimmt bei der Gründung der polnischen Milizabteilung und bei der Ernennung des Bürgermeisters. Am 11. März wurde das Bürgermeisteramt von einem ehemaligen Gefangenen des Oflags II C Woldenberg, Hauptmann Wlodzimierz Zakrzewski, übernommen.

      Ende März 1945 begann die sowjetische Kriegskommandantur die polnische Kreisverwaltung (Starostei) zu organisieren. Die Grenzen des Kreises stimmten damals vollkommen mit den Grenzen des deutschen Kreises Friedeberg Nm. überein. Zum ersten polnischen Landrat (Starost) hatte man einen Einwohner von Dramburg (Drawsko Pomorskie) im Kreis Czarnkowski (Czarnikan), Herrn Antoni Matuszewski, berufen. Alle wichtigsten Arbeitsplätze im Amt besetzte der Landrat sowohl mit Polen wie auch mit Deutschen.

      Vom 15. bis zum 20. März versammelten sich auf dem Gebiet des Kreises die Truppen der 2. Polnischen Armee. Sie zählten 90.000 Soldaten. Der Generalstab, der von General Karol Swierczewski geführt wurde, befand sich in einem heute nicht mehr vorhandenen Schloß in Mansfelde (Lipie Góry) bei Friedeberg (Strzelce). Solch eine große Konzentration von Streitkräften in der Umgebung von Friedeberg wurde von der von Sowjets gefürchteten Gefahr aus der Richtung des von Deutschen besetzten Westpommerns.

      Die polnischen Soldaten blieben hier aber nicht lange. Nachdem polnische und sowjetische Truppen die Pommernstellung durchbrochen hatten, war die Gefahr eines Gegenangriffs vorbei, und somit in den letzten Märztagen erfolgte die Verlegung der Truppen der 2. Polnischen Armee (unter dem Kommando der 1. Ukrainischen Front) in den Raum um Trebnitz (Trzebnica) und Breslau (Wroclaw). Man weiß nicht viel darüber, wie damals die Beziehungen zwischen den Soldaten der verbündeten Armeen in hesetzten deutschen Gebieten waren.

      Sie waren anscheinend nicht die besten, da die sowjetische Soldateska zwei polnische Meldegängerinnen, Irena Knysak und Maria Kaniewska, erst vergewaltigten und dann töteten (am 15.03.1945). Die beiden ermordeten Soldatinnen wurden auf dem Kommunalfriedhof in Friedeberg (Strzelce) beerdigt. Aus politischen Gründen blieb dieses tragische Ereignis für viele Jahre ein gut geschütztes Geheimnis. Erst nach den Systemumwandlungen in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts begann man öffentlich über diese grausame Tat zu sprechen.

      Im Frühjahr begann man in den umliegenden ländlichen Vorwerken mit den Feldarbeiten. Zu dieser Zeit wurden sie von der sowjetischen Armee verwaltet. Es arbeiteten dort Deutsche und die aus den weiten Gebieten Deutschlands zurückkehrenden ehemaligen polnischen Zwangsarbeiter. Das dort gehaltene Vieh neben den noch vorhandenen deutschen Getreide- und Kartoffelvorräten die Hauptnahrungsquelle war.

      Am 26. April 1945 kam nach Friedeberg (Strzelce) eine 22-köpfige „Operationsgruppe“ aus Schneidemühl (Pila), dem vorläufigen Sitz der polnischen Verwaltung für die Region Westpommern, zusammen mit dem Bezirksbevollmächtigten der Regierung Jan Sniowski und seinem Vertreter Wladyslaw Scislo, um eine polnische Staats- und Selbstverwaltung im Kreis Friedeberg (Strzelce) einzurichten. Nach einem Gespräch mit der sowjetischen Kriegskommandantur begann die Gruppe unverzüglich das Amt des Regierungsbevollmächtigten, sowie die Stadt- und Gemeindeverwaltungen zu organisieren.

      In das Amt des Regierungsbevollmächtigten wurden die vorläufigen Strukturen der Starostei samt seinen polnischen Angestellten (nach Überprüfung) einbezogen. Der vorläufige Starost Antoni Matuszewski wurde abberufen. Gemäß der Ernennung durch die Bezirksbehörden in Schneidemühl (Pila) wurde das Amt des Regierungsbevollmächtigten von Jan Sniowski übernommen. Die Besetzung der weiteren Stellen im Amt sah wie folgt aus: Vertreter des Regierungsbevollmächtigten – Wladyslaw Scislo, Leiter der Allgemeinen Kanzlei – Marian Marczynski, Leiter des Referats für Handel und Lebensmittelversorgung – Walenty Lis, Leiter des Militärreferats – Andrzej Kaczmarczyk, Leiter des Referats für Wirtschaft und Haushalt – Czeslaw Konieczny, Leiter des Industriereferats – Ingenieur Stanislaw Ratynski, Selbstverwaltungsinspektor – Ignacy Czaj.

      Ende April organisierte man auch: Kreisbodenamt, Schatzamt, Schulamt, die Kreisabteilung für Information und Propaganda sowie andere Institutionen und Ämter auf der Kreisebene. Die ersten Monate der Organisation polnischen Lebens in der Stadt und im Kreis brachten viele Probleme. Das war deutlich zu spüren nach der Kapitulation Deutschlands im Mai 1945. (...)


Strzelce Krajenskie — Zeit der Wandlungen (1975—1990)


Gesellschaftlich-politische Umwandlungen

Auszug aus: Geschichte der Stadt Strzelce Krajenskie / Friedeberg in der Neumark, Seite 101–102 von GRZEGORZ GRALINSKI (Strzelce).

     
  Berichte aus Dobiegniew aus dieser Zeit liegen nicht vor. Daher ist hier ein Report aus dem benachbarten Friedeberg wiedergegeben. Denn die politischen Verhältnisse (wohl nicht die rege Bautätigkeit) werden im früheren Woldenberg ähnlich gewesen sein.  

      Die neueste Geschichte der Stadt beginnt in den Jahren 1975–1980. Im Rahmen der Verwaltungsreform vom 28. – 30. Mai 1975 löste man den Kreis Strzelce und somit die in Friedeberg (Strzelce) ansässigen Kreisinstitutionen und -ämter auf. Die Stadt wurde Hauptort einer Gemeinde innerhalb der neu entstandenen Województwo Gorzowskie (01.06.1975).

      Obwohl Friedeberg (Strzelce) seinen Kreisstatus verlor, hielt der aufwendige Ausbau der Stadt an. Ein großer Zufluss des von Polen im Westen geliehenen Geldes und somit ein schneller Zuwachs an Wohlstand der Stadteinwohner und der Gemeinde führte zu einer noch nie dagewesenen Entwicklung der Bautätigkeit.

      Innerhalb von kaum mehr als 12 Jahren wandelte sich die Stadt Friedeberg (Strzelce) von einer kleinen Ortschaft mit 4500 Einwohnern zu einer lebhaften Stadt, in der Handel und Wirtschaft blühten. Die Einwohnerzahl wurde in dieser Zeit verdoppelt und betrug 1980 – 8000 Einwohner. Als das in neue Fabriken und riesige Wohnsiedlungen investierte Geld zu Ende ging und man den aufgenommenen Kredit mit Produkten (hauptsächlich landwirtschaftliche Produkte und Kohle) zurückzubezahlen begann, geriet Polen in eine große wirtschaftliche Krise.

      Leere Einkaufsregale, Mangel an Wurstwaren, an anderen Lebensmittel- und Industriewaren sowie zahlreiche Arbeitsausfälle in Fabriken und Unternehmen führten zur Unzufriedenheit eines großen Teils der polnischen Gesellschaft, darunter auch der Einwohner von Friedeberg (Strzelce).

      So wie in ganz Polen, begann auch hier die Solidarnosc-Streikbewegung sich zu entwickeln. In Friedeberg (Strzelce) erfasste sie die größten Industriebetriebe der Stadt: Das Staatliche Maschinenzentrum (POM), das Landwirtschaftliche Bauunternehmen (PBRol), das Städtische Unternehmen für kommunale Wirtschaft (MPGK).

      In diesen und anderen Betrieben entstanden Streikkomitees, die später zu Betriebskomitees NSZZ „Solidarnosc“ umgestaltet wurden. Das Erklärung des Kriegszustands durch die kommunistische Führung der Volksrepublik Polen (13. Dezember 1981) führte zur Beendigung der gewerkschaftlichen Tätigkeit in der Stadt und in der Gemeinde.

      Es begann die Reglamentation [Ed: Rationierung] der Grundnahrungsmittel (Zucker, Mehl, Fleisch), der Industrieerzeugnisse (Schuhe, Kleidung) und Genußmittel (Alkohol, Kaffee, Zigaretten). Möbel und Haushaltsgeräte waren nur selten zu bekommen und nur dann, wenn man sich vorher in eine Liste eingetragen und anschließend ein paar Tage Schlange gestanden hatte (beaufsichtigt von den „gesellschaftlichen Warteschlangenkomitees“). Spekulation und „Schwarzmarkt“ erlebten ihre Blütezeiten. Die in sehr hohem Tempo wachsende Inflation, ständige Mängel in der Versorgung sowie die durch die kommunistische Führung Polens ausgeübte Privilegierung von ausgewählten gesellschaftlichen und beruflichen Gruppen (Planstelleninhaber in den Komitees der PZPR, der Volkspolizei – MO, des Sicherheitsdienstes – SB und ihre Mitarbeiter, Berufssoldaten der Polnischen Volksarmee) lösten Ende der 80er Jahre weitere gesellschaftliche Unruhen aus.

      Im Lande, auch in Friedeberger Betrieben, gründete man erneut die Betriebskomitees NSZZ „Solidarnosc“. Nach den sog. „Kontraktwahlen“ zum Parlament der Volksrepublik Polen, bei denen „Solidarnosc“ alle ihr zustehenden Mandate bekam, und Tadeusz Mazowiecki zum ersten nichtkommunistischen Premierminister gewählt wurde, begannen massenhaft Keime der künftigen Selbstregierung in Form von Bürgerkomitees „Solidarnosc“ zu entstehen. In Friedeberg (Strzelce) entstand solch ein Komitee bereits 1990. (...)


Dobiegniew — Bahnverbindungen von Berlin


      Die folgende Tabelle wurde bereits 2003 auf der Woldenberg-Umgebungsseite publiziert. Sie wird hier wiederholt, um aktuelle Fahrplan-Ergänzungen in weiteren Tabellen darzustellen.

      Im Internet-Zeitalter ist es ja kein Problem mal so eben bei der Deutschen Bahn (DB) die günstigste Zugverbindung von Berlin nach Dobiegniew (Woldenberg) herauszufinden.

Per Bahn von Berlin nach Dobiegniew/Woldenberg
Ausgewählte Zugverbindungen   1)
Stand: 7. Oktober 2003
Fahrt über Stettin / Szczecin
Bahnhof Datum Ab
An
Zeit Zug Fahrzeit Anm.
Berlin-Zoo 10.10.03 Ab 06.55 RE 5916 00.00 h Regional-Express
Szczecin Glowny 10.10.03 An 09.13 RE 5916 02.18 h Wz = 0.57 h
Szczecin Glowny 10.10.03 Ab 10.10 D 87108 03.15 h Schnellzug
Dobiegniew 10.10.03 An 11.28 D 87108 04.33 h  
Fahrt über Küstrin / Kostrzyn
Bahnhof Datum Ab
An
Zeit Zug Fahrzeit Anm.
Berlin-Zoo 10.10.03 Ab 08.59 S 7 00.00 h S-Bahn
Berlin-Lichtenberg 10.10.03 An 09.28 S 7 00.29 h Wz = 0.07 h
Berlin-Lichtenberg 10.10.03 Ab 09.35 RB 5811 00.36 h Regional-Bahn
Kostrzyn 10.10.03 An 11.00 RB 5811 02.01 h Wz = 0.06 h
Kostrzyn 10.10.03 Ab 11.06 33322 02.07 h Personenzug
Krzyz 10.10.03 An 13.17 33322 04.18 h Wz = 0.32 h
Krzyz 10.10.03 Ab 13.49 127 04.50 h Personenzug
Dobiegniew 10.10.03 An 14.11 127 05.12 h  
  1) Ab = Abfahrtszeit, An = Ankunftszeit, Wz = Wartezeit.

      Das Ergebnis zeigt, daß 2003 die schnellste Verbindung über Stettin führt und dafür gut 4 1/2 Stunden benötigt werden. Die an sich kürzere Fahrt über Küstrin und Kreuz dauert wg. der Wartezeiten beim Umsteigen mehr als eine 1/2 Stunde länger. Sie wird aber vermutlich etwas billiger sein. Preise gab der Bahn-Computer nicht an. Er ist halt noch nicht auf der kundenfreundlichen Höhe des Online- Zeitalters.

      Nach 4 Jahren wurden diese Fahrplanangaben überprüft und der Frage nachgegangen, ob sich seitdem eine Verbesserung der Erreichbarkeit von Dobiegniew per Eisenbahn ergeben hat. Diesmal wurde dazu der Computer der Polnischen Staatsbahn (PKP) befragt, denn dieser kann inzwischen die Angaben auch in Deutsch handhaben und anzeigen.

Per Bahn von Berlin nach Dobiegniew/Woldenberg
Ausgewählte Zugverbindungen   1)
Stand: 23. Juli 2007
Fahrt über Stettin / Szczecin
Bahnhof Datum Ab
An
Zeit Zug Fahrzeit Anm.
Berlin Hbf. unten 01.08.07 Ab 06.35 RE 38346 00.00 h Regional-Express 3
Berlin Gesundbrunnen 01.08.07 Ab 06.39 RE 38346 00.04 h Regional-Express 3
Angermünde 01.08.07 An 07.29 RE 38346 00.54 h Wz = 0.05 h
Angermünde 01.08.07 Ab 07.34 RB 5860 00.59 h Regional-Bahn
Szczecin Glowny 01.08.07 An 08.32 RB 5860 01.57 h Wz = 0.16 h
Szczecin Glowny 01.08.07 Ab 08.48 TLK 8210 02.13 h Schnellzug 2
Dobiegniew 01.08.07 An 10.03 TLK 8210 03.28 h  
  1) Ab = Abfahrtszeit, An = Ankunftszeit, Wz = Wartezeit.
  2) Zug mit Zuschlags- und Reservierungspflicht.

      Die Fahrzeit ist im Sommer 2007 kürzer geworden, obwohl nun 2-mal umgestiegen werden muß (in Angermünde und in Stettin). Die Fahrzeit zwischen Berlin-Hauptbahnhof und Dobiegniew beträgt nun nur noch rund 3 1/2 Stunden. Der Zeitgewinn von rund 1 Stunde gegenüber 2003 resultiert aber vor allem aus der Reduzierung der Wartezeiten. Man hat also lediglich die Fahrzeiten der Züge besser abgestimmt. Aber den Fahrpreis weiß der Computer auch 2007 noch immer nicht.

   
  G ä s t e b u c h - E i n t r a g
Für Woldenberg mit Umgebung,
die Neumark und auch Pommern.
 
      Diese Zugverbindung besteht täglich. Die Häufigkeit sinnvoller Zugverbindungen zwischen Dobiegniew und Berlin wurde nicht überprüft. Allerdings bot der PKP-Computer für eine Rückfahrt am Nachmittag von Dobiegniew (ab 16.05 Uhr) nach Berlin eine Verbindung mit Umsteigen in Posen in den „Warschau-Express“ an. Die Fahrzeit beträgt hierbei bis Ost-Bahnhof (Endstation an 22.06 Uhr) rund 6 Stunden. Es bleibt also noch so einiges zu tun, um das Lebuser Land bahnmäßig besser und schneller an die benachbarte Region Brandenburg/Berlin anzubinden.

Auch zum Jahreswechsels 2007/2008 sind DB und PKP noch immer so ziemlich phantasielos. Denn es stellt sich die Frage: Wann endlich wird es eine schnelle ICE-Verbindung Berlin Hauptbahnhof (unten) — Szczecin (Stettin) — Stargard Szczecinski (Stargard) — Dobiegniew (Woldenberg) — Krzyz (Kreuz) — Poznan (Posen) — Wroclaw (Breslau) geben? Daraus ließe sich sogar bei einer weiteren Streckenführung über Prag und Dresden bis Berlin eine völkerverbindende ‚Ringlinie‘ entwickeln. Und natürlich würde eine solche Linie intensiv genutzt werden. Aber über solche wichtigen Fragen denken offensichtlich diese DB- und PKP-Manager überhaupt nicht nach – sonst hätten sie wohl zum 21. Dezember 2007 (Grenzöffnung) schon mal einen ungefähren Termin angekündigt.


Dobiegniew — Bahnverbindung via Krzyz (Kreuz)


      Anfang 2008 gibt es auch auf der Eisenbahnlinie Berlin — Kostrzyn (Küstrin) — Gorzów (Landsberg) — Krzyz (Kreuz) noch immer keine durchgehende Zugverbindung. Aber es tut sich seit 2006 etwas im Hintergund. Und vielleicht werden um 2012 schon wieder durchgehende Züge auf der Ostbahn von Berlin über neue Gleise ins Lebuser Land (Neumark) rollen.

Eisenbahnstrecken in die Neumark/Lebuser Land
^   Per Eisenbahn ist Woldenberg/Dobiegniew von Berlin aus auf 2 Routen erreichbar: Über die „Ostbahn“ Berlin — Küstrin/Kostrzyn (Umsteigen) — Landsberg/Gorzów — Kreuz/Krzyz, wo in die „Posener Bahn“ in Richtung Szczecin umgestiegen werden muß. Der etwas weitere Weg führt über die „Stettiner Bahn“ Berlin — Bernau — Eberswalde — Angermünde (manchmal ist hier ein Umsteigen notwendig) — Stettin/Szczecin, wo dann in die „Posener Bahn“ in Richtung Krzyz umgestiegen werden muß.   (Grafik: 22.7.2003 – khd)

      Am 12. Oktober 2007 veranstaltete die Interessen-Gemeinschaft der Eisenbahn (
IGOB-EWIV) im Hotel Mieszko in Gorzów (Landsberg/Warthe) eine Konferenz zum Thema „Die Eisenbahnlinie Berlin — Gorzów Wlkp. — Krzyz — Królewiec und ihr Einfluß auf die Entwicklung der Regionen“. In der IGOB-EWIV sind deutsche und polnische Vertreter aus Politik und Wirtschaft vereinigt.

      Das Ziel der Bemühungen ist zunächst die durchgehende Zugverbindung von Berlin nach Gorzów (Landsberg) und Krzyz (Kreuz) wiederherzustellen – ohne umzusteigen und auch mit nur einer Fahrkarte. Mit Umsteigen in Krzyz wäre dann auch Dobiegniew (Woldenberg) von Berlin aus gut erreichbar. Nach der Revitalisierung der Ostbahn kann außerdem das Lebuser Land per Bahn an den künftigen Großflughafen in Schönefeld (BBI) angeschlossen werden.

      In der Diskussion ging man davon aus, daß es in 3 Jahren soweit sein könnte. Der Gleiskörper muß erneuert und die Trasse auf neue Geschwindigkeiten eingerichtet werden. Außerdem müssen auch die Bahnhöfe renoviert werden. Es herrschte Einigkeit darüber, daß die Lösung dieser Aufgabe ein deutsch-polnisches Gemeinschaftswerk ist. Die EU wird das Projekt finanziell fördern. Die Ergebnisse der Konferenz sind im Internet u. a. unter www.ostbahn.eu publiziert – auch in Deutsch.

Die Eisenbahnstrecken der Preußischen Ostbahn
^   Die Eisenbahnstrecken der Preußischen Ostbahn, eingezeichnet in eine Karte Deutschlands von 1914. [Vergrößerte Karte]   (Grafik: 26.6.2008 – khd)

   
  O s t b a h n
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      Anlaß für die Konferenz in Gorzów war die 150. Wiederkehr des Tages der Eröffnung der „Preußischen Ostbahn“. Seit dem 12. Oktober 1857 war Landsberg an der Warthe (Gorzów) von Berlin über Frankfurt/Oder und Küstrin per Eisenbahn erreichbar. Die kürzere nördlichere Bahnstrecke von Berlin nach Küstrin wurde erst 10 Jahre später am 1. Oktober 1867 eröffnet. [
150 Jahre Ostbahn]

      Nach Informationen des InfoRadio-Berlin vom Juni 2008 soll es ab sofort schon mal durchgehende Fahrkarten von Berlin bis Gorzów (Landsberg) geben. Bislang mußte in Kostrzyn (Küstrin) bei der polnischen Bahn ein neuer Fahrschein gelöst werden. Ein kleiner Anfang scheint also gemacht worden zu sein.

      Bereits am 14. Dezember 2008 mit dem Beginn des Winterfahrplans soll es die ersten von Berlin aus durchgehenden Züge über die Ostbahn geben. Diese Nachtzüge fahren über Küstrin (Kostrzyn) — Landsberg (Gorzów) — Kreuz (Krzyz) — Schneidemühl (Pila) — Bromberg (Bydgoszcz) — Thorn (Torul) bis nach Warschau (Warszawa). Für den Sommer 2009 sind dann auch durchgehende Züge von Berlin bis nach Danzig an die Ostsee vorgesehen. [mehr]




Dobiegniew — Dies & Das:
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