Woldenberg (Neumark)   —  Fragen über Fragen khd
Stand:  11.4.2014   (226. Ed.)  –  File: WBG/Woldenberg_Fragen.html



Woldenberg Diese Seite ist Teil eines Woldenberg-Reports. Woldenberg – heute das polnische Dobiegniew – war bis 1945 eine kleine Stadt in der Neumark (Nm), dem damals östlichsten Teil der Mark Brandenburg. Zwar wurde zum 1. Oktober 1938 der Landkreis Friedeberg/Nm mit Woldenberg der Provinz Pommern (Pm) zugeschlagen, dennoch fühlten sich die Einwohner weiterhin als Neumärker. Seit 1945 gehört Woldenberg/Pm zu Polen. [Geschichte Woldenbergs]

   
  F o r u m + G ä s t e b u c h
Für Woldenberg mit Umgebung,
die Neumark und auch Pommern.
 
Auf dieser Extra-Seite sind nunmehr die Fragen untergekommen, die bislang auf der Stadtplan-Seite formuliert worden waren. Der Umzug wurde zu einer Strukturierung der Fragen genutzt. Es werden hier Fragen festgehalten, die bei dieser Web-Präsentation angefallen sind.

Beim Zusammenstellen der Webseiten samt Fotos zu Woldenberg, Dobiegniew und der Neumark tauchten einige Fragen auf. Diese ließen sich nicht mit eigenem Wissen oder Internet-Recherchen beantworten. Deshalb sollen sie an dieser Stelle wenigstens festgehalten werden.

Vielleicht gibt es ja mal dazu Antworten oder Gästebucheinträge, die dann hinter einem zugefügt werden sollen. Bitte beachten Sie, daß sich die Nummern der Fragen durch Umstellungen ändern können. (xxx = das folgt demnächst, * = Antwort gab Dobiegniews Ortschronist Gierlowski ab Herbst 2013). [Translation-Service]

I n d e x :


Fragen — Zu Woldenberg/Nm.


  1. Was genau passierte Ende Januar bzw. Anfang Februar 1945, als das Einrücken der Roten Armee die totale Zerstörung der Woldenberger Altstadt bewirkte? Gab es hier einen besonders starken Widerstand der Deutschen Armee oder des Volkssturms oder war es (angeordnete?) Disziplinlosigkeit der Rotarmisten?


  2.       Das zerstörte Woldenberg 1945
    ^   Nach einem sinnlosen Krieg: Woldenbergs Zentrum liegt 1945 in Trümmern. Die Ruinen werden später alle abgetragen und durch Rasen ersetzt.   (Repro: 2003 – khd)

    Es gibt aber auch Berichte, wonach um den 30. Januar 1945 eine zerstörische Panzerschlacht in der Woldenberger Gegend stattgefunden haben soll. Die schwere SS-Panzer-Abteilung 503 soll aus dem Raum Zatten (nördlich von Woldenberg) sich in Richtung Woldenberg vorgekämpft haben. Offensichtlich konnte sie mit ihrem Angriff für kurze Zeit eine Unterbrechung der russischen Versorgungslinien in den Raum Küstrin erreichen. Und es ist also möglich, daß beim Kampf um die Nachschublinie Woldenberg zerstört wurde. Aber präzise Berichte liegen dazu (im Internet) nicht vor.

    Diese Möglichkeit der Panzerschlacht kann als Ursache für die totale Zerstörung der Woldenberger Innenstadt sehr sicher ausgeschlossen werden, denn Helmut Lindenblatt berichtet in seinem Buch „Pommern 1945“ recht genau über die Ereignisse am 29. und 30. Januar 1945. Und da das auf Augenzeugen- Berichten sowie Archiv- Recherchen beruht, wird die dort erfolgte Schilderung der Wahrheit sehr nahe kommen: [Wie wurde Woldenberg von den Russen besetzt?]

  3. Wie hoch war die Wirtschaftskraft der Gemeinde Woldenberg vor 1945?


  4. Welche landwirtschaftlichen Produkte lieferten Woldenbergs Bauernhöfe in welchen Mengen in den deutschen Markt (ohne den Eigenbedarf der Stadt)?


  5. Wie hoch war/ist in etwa die Fließgeschwindigkeit des Mehrenthiner Fließes?


  6. Gab es Einrichtungen zur Regulierung des Wasserhaushalts der Seen?


  7. Dazu teilt Wolfgang Bredereck aus Australien mit: „Der Wasserstand des Woldenberger Sees wurde durch ein Wehr unter der Brucke am Niedertor reguliert. Dies machte es schwierig, unseren Kahn ins Mehrenthiner Fliess zu kriegen.“


  8. Was wurde wann und warum an der Einmündung des Breiten Fließes in den Woldenberger See verändert?


  9. Eine Teilantwort gab Herbert Prochnow auf seinem von ihm 1983 angefertigten Woldenberg-Plan in einer Fußnote:
    GROSSER SEE:   „Durch die Meliorationsarbeiten [u. a. zur Regulierung des Wasserstands] wurde 1896 der Wasserspiegel gesenkt, an den Ufern bildete sich ein neuer Landstreifen, den der damalige Bgmstr. Westphal an die Anlieger verpachten wollte. Der Bezirksausschuß verbot jedoch dieses, weil man evtl. wieder mit einem erhöhten Wasserspiegel rechnen müsse. Die Anlieger nahmen dieses neugewonnene Land kurzerhand zu ihren Gärten. 1939 erinnerte Bürgermeister Kaske an diese Vorgänge als er eine neue Seepromenade schaffen wollte. Über dieses Ansinnen war man anfangs entrüstet, das sollte sich aber ändern. 1940 entstanden zuerst die Zuwege zum Strandbad, um dann anschließend das Seeufer zur Promenade auszubauen. Begünstigt wurde das Vorhaben durch die Hilfe der französischen und polnischen Gefangenen. Es entstanden nun gleich zwei Bogenbrücken, die größere überspannte die Fließmündung [Ed: gemeint ist der Seeabfluß ins Fließ], die kleinere führte zur Insel. Diese entstand durch emporgewachsenen Sumpf, die dann geschickt ausgenutzt zu einem malerischen Winkel wurde. Das Gesamtbild wurde abgerundet.“
    Der Hauptgrund für die Meliorationsarbeiten Ende des 19. Jahrhunderts war offensichtlich, daß Wiesen im Bereich des Breiten und des Mehrenthiner Fließes immer wieder unter Wasser standen. Deshalb wurde damals u. a. das Wehr an der Stadtmühle (am Mühlentor) entfernt. Daraufhin sank der Wasserspiegel des Woldenberger Sees um etwa 1,5 Meter. [mehr]

  10. Wann fand nach dem 1. Weltkrieg die Weihe der neuen Kirchenglocken statt?


  11. Wo war in Woldenberg die „Siedlung Eigene Scholle“?


  12. Das waren Bauernhöfe vom Typ „Abbau“, die an der Rohrsdorfer Chaussee im Süden von Woldenberg lagen.

  13. Gibt es noch irgendwo schriftliche Überlieferungen zum jüdischen Leben in Woldenberg im 19. und 20. Jahrhundert?



  14. Was ist aus den Archivalien im Woldenberger Stadtarchiv geworden?

  15. Wo bei Woldenberg lagen genau Vorwerke „Abbau“, die im Meßtischblatt Nr. 3060 von 1934 nicht namentlich verzeichnet sind?


  16. Eine Ansiedlung „Abbau“ lag rund 4 km östlich von Woldenberg und nördlich der Eisenbahnstrecke nach Kreuz. Auch im Norden und Süden von Woldenberg gab es in der Gramsfelder sowie der Schlanower Gegend an der Rohrsdorfer Chaussee landwirtschaftliche Betriebe vom Typ „Abbauern“. Der „Abbau“ wurde in den 1920er-Jahren gegründet, um dort nach dem 1. Weltkrieg deutsche Umsiedler aus dem Warthegau eine neue Existenz und Heimat zu geben. Der Warthegau fiel nach dem Krieg an Polen.

    Abbau Ost
    Zur Ansiedlung östlich von Woldenberg gehörten u. a. 5 Gebäude. In einer Mail beschreibt eine frühere Bewohnerin die Lage (the location) so:

          NO-Umgebung von Woldenberg
    ^   Nordöstliche Umgebung von Wol- denberg zum Anklicken (3,1 MB). Teil des Meßtischblatts Nr. 3060 von 1934.   (Repro: 2007 – khd)
    „Abbau lag nördlich der Bahnstrecke nach Kreuz, es führt ein Weg abzweigend von der Haupstraße Woldenberg — [Hochzeit] — Pila [Schneidemühl] rechts hinter dem [Mehrenthiner-]Fließ etwas bergan an der alten Ziegelei vorbei in Richtung Grapow — Mehrenthin. Rechts ging ein Weg zum Bahnwärter- Häuschen [Ed: in der Karte markiert mit „B.W.“], halb links der Weg nach Grapow — Mehrenthin. Abbau lag in Höhe des Grapower Sees und dem Gut Röllfitz. Es waren 5 Häuser in Abbau, von Woldenberg kommend [lebten dort die Familien]: Fischer, Gatzke, Nagel, Rupp, Schüler.

    Eigentlich genau nördlich von
    Bayers Hof. Hinter dem letzten Haus, Schüler, zweigte ein Weg zur Sandgrube, die heute noch zu sehen ist, und der weiterging zum Bahnwärter-Häuschen. Der weiterführende Weg ging über Feldwege nach Mehrenthin, davon zweigte hinter dem Wäldchen, „Kusseln“ genannt, links ein Weg nach Grapow ab, „Kirschen-Allee“ genannt.

    Von Abbau ist [heute] noch wenig zu sehen. 1980 waren noch mehr Mauerreste erkennbar, 1990 war fast alles verschwunden. Die restlichen Büsche und Bäume lassen noch erahnen, dass dort mal Häuser standen.“

    Auch der Birkenhof an der Hochzeiter Chaussee, von dem heute nichts mehr zu sehen ist, war ein Abbau-Hof.


    Abbau Süd
    Dieses Abbau-Areal, das vermutlich komplett zum Siedlungsprojekt „Eigene Scholle“ gehörte, befand sich im Süden Woldenbergs an der Rohrsdorfer Chaussee, die nach Schlanow und weiter nach Driesen führt. Die Entfernung bis zum Woldenberger Bahnhof beträgt rund 3 km.

  17. Wie hießen die Ärzte, die in Woldenberg um 1940 praktizierten?


  18. Meine Recherchen ergaben bislang folgende Ärzte:
    • Bornstädt, Bruno, (Dentist), Eisenbahnstraße 5.
    • Bredereck, J., Dr. (Arzt), Milferstaedtstraße 9.
    • Friedrich, Hans, Dr. (Chefarzt des Städt. Krankenhauses), Wallstraße 1.
    • Ludwig, Heinz, Dr. (Arzt), Bismarckstraße 4.
    • Möller, Gertrud, (Zahnärztin), Bahnhofstraße 19.
    • Schenk, Martin, Dr. (Zahnarzt), Wutziger Straße.
    • Schmitz, W., Dr. (Zahnarzt), Moltkestraße 1.
    • Schwerfeler, Anton, Dr. (Tierarzt), Bahnhofstraße 12.
    • Unnasch, xxx, (Dentist), Milferstaedtstraße 2.

  19. Was ist aus den alten Kirchenbüchern Woldenbergs geworden?


  20. Sie gelten seit 1945 als verschollen, vermutlich sind sie vernichtet worden. In einem Forum zur Ahnenforschung gibt Friedhard Pfeiffer am 16.9.2009 den folgenden Hinweis: „Von Woldenberg sind nur wenige Unterlagen vorhanden. Beim Standesamt Friedeberg/Nm sind nur Standesamtsregister von 1941 bis 1944. Außer Militärkirchenbüchern sind nur jüdische Personenstandsregister von 1770 bis 1854 vorhanden. Der Verbleib der ev. Kirchenbücher von Woldenberg ist [mir] nicht bekannt. Katholischerseits gehörte es zu Driesen, deren Kirchenbücher bis auf 1941–1943 vernichtet sind.“

    Im Grünberg-Verlag ist 2008 zudem ein Bestandsverzeichnis aller Fundorte für die heute noch existierenden Kirchenbücher, Kirchenbuch-Duplikate und Standesamtsregister aus den ehemals östlich der Oder gelegenen ostbrandenburgischen Landkreise (Neumark) erschienen. Vielleicht gibt es ja dieses Buch auch in einer Bibliothek in Ihrer Nähe. [mehr]

  21. Welchen Namen hatte das Woldenberger Kino in der Bahnhofstraße?


  22. Das Kino in der Bahnhofstraße 16 trug den Namen „Capitol-Lichtpalette“.

  23. Was ist aus den Bochumer Kindern geworden, die 1943 aus dem Ruhrgebiet nach Woldenberg evakuiert wurden? [Sie müssen jetzt auch schon über 70 sein, vielleicht meldet sich ja mal eines und berichtet von den ganz persönlichen Flucht-Erlebnissen] [Antwort bitte ins Forum posten]


  24. Wer wohnte in Woldenberg in der Akazienstraße, Am Galgenberg, in der Gneisenaustraße, an der Hochzeiter Chaussee, in der Hohlgasse, Jahnstraße, Jasminweg, Kastanienweg, Klosterfelder Straße, Mauergasse, Mehrenthiner Weg, Milferstaedt Straße, Rohrsdorfer Straße, Scharnhorststraße, Schlanower Weg und am Schönblick (Adressen waren bislang im Internet nicht zu finden)? [Hinweise bitte ins Forum posten]


  25. In Beschreibungen Woldenbergs werden die Straßenbezeichnungen „Wutziger Weg“ und „Wutziger Straße“ verwendet. Ist das ein synonymer Gebrauch für die gleiche Straße, oder gab es beide Straßen, d. h. ging beispielsweise die Wutziger Straße in Richtung des Dorfes Wutzig in den Wutziger Weg über (die verfügbaren Stadtpläne geben dazu nichts her)? [Antwort bitte ins Forum posten]


  26. Wann wurde die Rohrsdorfer Straße bzw. Chaussee in Driesener Chaussee umbenannt, oder war das umgekehrt?


  27. Welche Anschrift haben die um 1940 auf dem Woldenberger Galgenberg neu gebauten Häuser?


  28. Das war die Gneisenaustraße. Es war die letzte Amtshandlung des langjährigen Woldenberger Bürgermeisters Waldemar Schulz (Bürgermeister seit 1907): Am 1. April 1939 benannte er die über den „Galgenberg“ von der Wutziger Straße bis zum Lochschen Grundstück führende neue Straße in Gneisenaustraße. Gleichzeitig erhielt die „Alte Schlanower Straße“ von der Bismarckstraße bis zum Jasminweg den Namen Scharnhorststraße.

  29. Wer hat in den 1930er-Jahren auf dem Galgenberg (Gneisenaustraße) diese Häuser mit Komfort gebaut? Wurden die vielleicht für Militärangehörige gebaut?


  30. Das wurde schon im Forum gefragt: Wo war in Woldenberg um 1900 das Lokal „Pflugrads Gesellschaftshaus“, das später (um 1908) „Senkbeils Gesellschaftshaus“ hieß?


  31. Vermutlich ist dieses Rätsel nun gelöst. Autor A. Grünwald berichtet 1925/26 in seinem Artikel zur Woldenberger Stadtmauer von einem „Tetzlaffschen Gartenrestaurant“, das noch um 1914 in der Nähe des Mühlenfließes – also in der Nähe des alten Schützenplatzes – stand. Es ist sehr plausibel, daß dieses Gartenrestaurant mit dem von Pflugrads bzw. Senkbeils identisch ist. Offensichtlich wurde es im 1. Weltkrieg abgerissen. Denn um 1925 war dort bereits der städtische Fließgarten.

  32. Wann entstand das Woldenberger Krankenhaus?


  33. Die inzwischen dokumentierte Geschichte des Krankenhauses gibt darauf eine Antwort. Es war erst um 1885, nachdem 1984 in Deutschland per Gesetz die Krankenkassen eingeführt worden sind.

  34. Es gibt ein altes Foto einer Kleinsiedlung: Wo genau entstand (wohl in den 1930er-Jahren) diese Siedlung in Woldenberg?


  35. Es gibt einen ersten Hinweis in der Rau-Sammlung. Danach könnte diese Siedlung in den 1930er-Jahren an der Chaussee nach Rohrsdorf entstanden sein.

  36. Was ist eigentlich aus der kleinen katholischen Kirche Woldenbergs am Wutziger Weg geworden?


  37. Darauf gibt es bislang noch keine Antwort (Stand: 1.10.2011). Aber vielleicht gibt es nun endlich ein altes Foto der Kath. Kirche Woldenbergs. Beim Stöbern in der feinen Neumark-Bildersammlung von Norbert Gschweng (Picasa-Web von Google) fiel im September 2011 ein Foto auf, auf dem diese Kirche abgebildet sein könnte. Aber sicher ist das nicht, da keinerlei Beschriftung vorhanden ist. Dennoch habe ich das Foto zunächst mal in die Galerie gestellt. Vielleicht erfahren wir ja durch Leser/innen im FORUM, ob das tatsächlich die kleine Woldenberger Kirche ist.

    Am 16.11.2011 bestätigte Wolfgang Bornstädt, daß auf dem alten Foto tatsächlich Woldenbergs Kath. Kirche abgebildet ist: [Fotos der Kirche von 2012].

  38. Wem gehörte bis 1945 die Tankstelle am Woldenberger Kastanienplatz?


  39. Wo war in Woldenberg zuletzt (1944/45) das ev. Pfarrhaus und das Gemeindehaus?




Fragen — Zur Infrastruktur Woldenbergs


  1. Warum gab es in Woldenberg bis 1945 keine Kanalisation?


  2. Ganz offensichtlich weil nie genug Geld dafür vorhanden war. Und Kredite erhielt man damals nicht so einfach.

  3. Wie wurden damals die Fäkalien aus den ‚Örtchen‘ durch wen entsorgt?


  4. Die meisten Häuser hatten eigene Klärgruben, und wenn diese voll waren, holten Bauern mit Jauchewagen den Inhalt ab. Damit wurde auf den Feldern gedüngt.

  5. Wann erhielt Woldenberg Elektrizität (elektrischen Strom)?


  6. Das ist wenig bekannt. Aber der allererste elektrische Strom in Woldenberg stammte aus Wasserkraft. Der Eigentümer der Neumühle (Firma Sartorius) am Mehrenthiner Fließ hatte Dynamo-Maschinen beschafft und lieferte den damit erzeugten Strom bereits ab 1898 nach Woldenberg. Der Strom war mit 60 Pfennig pro Kilowattstunde sehr teuer. Deshalb boomte die Abnahme nicht. Nachdem 1905 das kleine Wasserkraftwerk abbrannte, war erst einmal Schluß mit der Stromversorgung.

  7. Womit wurde das Woldenberger Elektrizitätswerk betrieben?


  8. Falls es Kohle war: Wurde diese mit der Eisenbahn angeliefert, und woher kam sie in welchen Mengen?


  9. Wann wurde Woldenberg doch noch an das Leitungsnetz des Märkischen Elektrizitätswerkes angeschlossen (im Friedeberger Heimat-Kalender 1926 wird mitgeteilt (Seite 6): „Wegen Anschluß der Ortschaften (...) und der Stadt Woldenberg schweben Verhandlungen.“)?


  10. Und wann erhielten dann Bayers Hof und die anderen Woldenberger ‚Vorwerke‘ (Einzelhöfe) elektrischen Strom?


  11. Aus dem autobiographischen Roman von Heinz Mohnhaupt (1. Buch) wissen wir nun, daß es bis 1945 auf Bayershof keinen elektrischen Strom gab.

  12. Wie hoch war vor 1945 im Mittel der Energieverbrauch von Woldenberg?


  13. Welche Stromart lieferte das Woldenberger Elektrizitätswerk — Gleichstrom oder Wechselstrom?




Fragen — Zur Nazi-Zeit in Woldenberg


  1. Wo in Woldenberg waren Nazi-Organisationen ansässig?


  2. Erst das Gewerbe-Verzeichnis von 1938 konnte hier 2011 etwas Licht ins Dunkel bringen:
    • Deutsche Arbeitsfront (DAF): xxx.
    • Hitler-Jugend (HJ): xxx.
    • Kraft durch Freude (KdF): xxx.
    • Kreisleitung der NSDAP, die für die Kreise Arnswalde und Friedeberg zuständig war: Am Kastanienplatz.
    • NSDAP-Kreisleiter: Bogatzki, Am Kastanienplatz.
    • NSDAP-Ortsgruppenleiter: Albert Schröter, Richtstraße 12.
    • NSV: xxx.
    • Ortsbauernführer: K. Ihlenfeldt, Junkerstraße 30.
    • Reichsarbeitsdienst (RAD): xxx.
    • SA-Standarte 307: Bahnhofstraße 12.
    • Volkswohlfahrt: Richtstraße 41.

  3. Was ist über die Aktivitäten der SA (Sturm-Abteilung der Nazis) in Woldenberg bekannt?



  4. Was geschah in Woldenberg am 9. November 1938 – dem Tag der Progrome gegen die jüdische Bevölkerung, den die Nazis „Reichskristallnacht“ nannten?



  5. Wo saß in Woldenberg die Kreisleitung der NSDAP?



  6. Was hat es mit der „Division Woldenberg“, die erst im Januar 1945 aufgestellt worden sein soll, auf sich?


  7. Zur Beantwortung dieser Frage wurde eine Extra-Seite „Die Division Woldenberg“ angelegt, auf der meine bisherigen Recherche-Ergebnisse dargestellt sind.

  8. Es gab das Gerücht, daß die Fußwege in der Bahnhofstraße mit den zerkleinerten Grabsteinen des jüdischen Friedhofs gepflastert worden seien. Was ist daran wahr?


  9. Gab es Ansichtskarten von Woldenberg, die die Stadt im ‚Nazi-Schmuck‘ zeigen?


  10. Was war das für ein merkwürdiges Kinderfest, das vermutlich 1943 oder 1944 in der Badeanstalt am Woldenberger See stattfand?


  11. Wolfgang Bornstädt (Jg. 1936) wußte es jetzt (2010) noch ganz genau: Es war eine Propagandaveranstaltung der Nazis am regnerischen und viel zu kühlen 1. Mai 1944, durchgeführt von der Hitlerjugend unter starker Beteiligung der SA. Auf dem Marktplatz versammelten sich Woldenbergs Kinder und mußten eine ‚kämpferische‘ Rede eines NSDAP-Funktionärs anhören (an Inhalte kann ich mich nicht mehr erinnern). Dann wurden rote Papierfähnchen mit Hakenkreuzen verteilt, und die Kinder mußten in Kolonnen antreten. Ab ging’s im geforderten Gleichschritt mit seitlicher SA-Begleitung – immer Fähnchen schwenkend – über die Richtstraße und Fließbrücke am Niedertor hin zur Badeanstalt, wo es einige Kinderbelustigungen in strenger Regie gab. Und dann gab’s Eiscreme – in Kriegszeiten etwas ganz Besonderes. Mich konnte das jedenfalls nicht sehr beeindrucken, denn vor allem widerte mich dieser penetrante Kommandoton an, mit dem alles ablief. Warum die das überhaupt gemacht haben – wer weiß? Vielleicht hatte es ja der ‚Führer‘ befohlen, um im drohenden „Endkampf“ auch noch Kindersoldaten . . .



Fragen — Zum Woldenberger Kriegsgefangenenlager OfLag II C


  1. Wann wurden die (militärischen) Lager am Gehege auf beiden Seiten der Friedeberger Chaussee eingerichtet?


  2. In der bei Mossbach-Online publizierten umfangreichen „Liste der deutschen Lager für alliierte Kriegsgefangene im 2. Weltkrieg“ wird die Eröffnung des „OfLag II C“ (Offizierslager für kriegsgefangene Offiziere) in Woldenberg mit Mai 1940 angegeben. Dieses große POW-Lager befand sich auf der Rohrsdorfer Seite der Friedeberger Chaussee, schräg gegenüber vom alten Wehrmachts-Standort (Barackenlager). [Lageplan] [Fotos von 2005]

    Im dem Lager waren rund 7.000 POWs hinter Stacheldraht — vor allem polnische Offiziere — eingesperrt. Befreit wurde der Großteil der Gefangenen Ende Januar 1945 auf ihrem Evakuierungsmarsch durch die Rote Armee. Heute steht dort die Gedenkstätte „OfLag II C Woldenberg“. Vermutlich wurde der Ort am Gehege schon im 19. Jahrhundert militärisch für Kasernen genutzt, denn Woldenberg war immer auch ein Militär-Standort, was mit dem seit 1847 vorhandenen Bahnanschluß Woldenbergs zusammenhängen könnte. [Das Kriegsgefangenenlager]

  3. Gibt es Bücher, in denen etwas in Deutsch oder Englisch (evtl. aus dem Polnischen übersetzt) über das Leben und Leiden der polnischen Kriegsgefangenen im Woldenberger OfLag II C berichtet wird?



  4. Wieviel polnische POWs wurden von 1939 bis 1945 im Lager OfLag II C von den Deutschen getötet?


  5. Bis 1945 wurden im Woldenberger Lager 15 polnische Soldaten von den Deutschen getötet. Diese sind namentlich bekannt. Weitere etwa 60 POWs verstarben im „OfLag II C Woldenberg“ zwischen 1940 und 1945 an Krankheiten sowie aufgrund von Unfall-Folgen.

  6. Wieviel Ausbrüche (Fluchtversuche) gab es bis 1945 aus dem Woldenberger Kriegsgefangenenlager?


  7. Für das Museum in Dobiegniew („Muzeum Woldenberczyków“) wurde eine Liste der erfolgten Ausbrüche recherchiert. Danach gab es von 1940 bis Januar 1945 insgesamt 21 Ausbrüche, an denen 37 Gefangene beteiligt waren. Für 21 Gefangene war die Flucht aus dem Woldenberger Lager erfolgreich, auch wenn davon 7 Geflohene später wieder eingefangen wurden. Man kann also sagen, daß in 57 % der Fälle die Flucht gelang, was ein erstaunlich hoher Wert ist.

    Besonders spektakulär war am 20. März 1942 die erfolgreiche Flucht von 5 kostümierten Offizieren durchs Eingangstor des Lagers, die 1979 in Polen unter dem Titel „Tirolinka“ verfilmt wurde. Außerdem gab es 3 Versuche, einen Tunnel in die Freiheit zu graben. Der Tunnel-Bau wurde aber immer vor Fertigstellung entdeckt.

  8. Wie und wo wurden bei den polnischen Offizieren im OfLag II C Zahnschmerzen behandelt, denn im Lager dürfte es kaum einen Zahnarzt gegeben haben?



  9. Ein Leser aus Polen, dessen Großvater Gefangener im OfLag-IIC war, weist im Januar 2013 daraufhin, daß es (später) im Lager eine eigene Zahnversorgung mit sogar „4–6 Sesseln“ gegeben hat. Denn unter den polnischen Offizieren waren auch Ärzte, die Zahnarztkurse zur Fortbildung organiserten. In dieser „Praxis“ war auch zeitweise einer der Radioempfanger zum Nachrichtenabhören versteckt, wurde aber dort von einem Wachmann entdeckt.

  10. Warum gibt es im Mai 2009 vom Museum in Dobiegniew für ein internationale Publikum im Internet noch immer keine Beschreibung des Kriegsgefangenen-Lagers OfLag II C in Englisch?


  11. 2012 startete das Museum unter http://www.muzeum.dobiegniew.pl/ eine eigene Homepage.

  12. Wo gibt es einen Zeitzeugen-Bericht eines deutschen Soldaten, der 1945 als Kriegsgefangener von den Russen aus dem Lager Woldenberg nach Sibirien deportiert wurde?


  13. Wieviel der bis 1945 im OfLag-IIC gefangenen polnischen Offiziere wurden nach 1945 von kommunistischen Mächten ermordet?


  14. Nach 1945 wurden von den neuen Machthabern 21 Offiziere, die das II C Woldenberg überlebt hatten, ermordet.*



Fragen — Zum Kreis Friedeberg


  1. Wieviel Menschen lebten vor 1945 in dem Bereich, den heute die Großgemeinde Dobiegniew umfaßt?


  2. Wie hoch war vor 1945 das Steueraufkommen Woldenbergs sowie des Kreises Friedebergs?


  3. Gibt es ein Verzeichnis der Güter und Bauernhöfe im Kreis Friedeberg, die dort vor 1945 existierten?


  4. Bei der Nachbearbeitung des alten Stadtplans von Driesen (Draufklicken liefert Vergrößerung) konnten einige Straßen nicht lokalisiert werden. Wer weiß, wo genau das Driesener Feld, die Kirchstraße, die Mühlenstraße, die Neu-Ulmerstraße, der Schützenplatz, die Wasserstraße und die Werdergasse waren? [Antwort bitte ins Forum posten]


  5. Wo in Driesen waren Nazi-Organisationen ansässig?


  6. Erst das Gewerbe-Verzeichnis von 1938 konnte hier 2011 etwas Licht ins Dunkel bringen:
    • Deutsche Arbeitsfront (DAF): Wilhelmstraße 8.
    • Hitler-Jugend (HJ): xxx.
    • Kraft durch Freude (KdF): xxx.
    • Kreisleitung der NSDAP: Siehe Woldenberg.
    • NSDAP-Ortsgruppenleiter: Max Zimmermann, Mittelstraße 21.
    • NSV: xxx.
    • Ortsbauernführer: Otto Siebert.
    • Reichsarbeitsdienst (RAD): xxx.
    • SA-Standarte xxx: xxx.
    • Volkswohlfahrt: xxx.

  7. Bei der Nachbearbeitung des alten Stadtplans von Friedeberg (Draufklicken liefert Vergrößerung) konnten einige Straßen nicht lokalisiert werden. Wer weiß, wo genau die Altkarberstraße, die Büssowerstraße, der Gärtnereiweg, der Grasweg, die Jubikengasse, der Lindenweg, die Saarstraße und die Seminarstraße waren? [Antwort bitte ins Forum posten]


  8. Wo in der Kreisstadt Friedeberg waren Nazi-Organisationen ansässig?


  9. Erst das Gewerbe-Verzeichnis von 1938 konnte hier 2011 etwas Licht ins Dunkel bringen:
    • Bezirks-Bauernführer: Altkarber Straße 7.
    • Deutsche Arbeitsfront (DAF): Fürstenstraße 10.
    • Hitler-Jugend (HJ): xxx.
    • Kraft durch Freude (KdF): xxx.
    • Kreisleitung der NSDAP: Siehe Woldenberg.
    • NSDAP-Ortsgruppenleiter: Ernst Futh, Bahnhofstraße 10.
    • NSV: xxx.
    • Ortsbauernführer: Richtstraße 8.
    • Reichsarbeitsdienst (RAD): xxx.
    • SA-Standarte xxx: xxx.
    • Volkswohlfahrt: xxx.



Fragen — Zur Neumark


  1. Gibt es eine Liste der in der Neumark vor 1945 vorkommenden Tierarten und Pflanzenarten, und welche seltenen Arten waren dabei?


  2. Eine Liste konnte zwar bislang nicht gefunden werden, aber im Friedeberger Heimat-Kalender von 1916 ist immerhin ein Aufsatz „Seltene Pflanzen der Heimat“ abgedruckt (Seite 90–99), in dem auf einige dort vorgekommene seltene Pflanzen hingewiesen wird. Es ist eine durchaus interessante Frage, wieviel davon 100 Jahre später übriggeblieben ist. [Liste seltener Pflanzen]

  3. Wurde in der Neumark auch das Edelgemüse Spargel landwirtschaftlich angebaut?


  4. Sicher nicht in größerem Stil, wie das heute (2010) in Brandenburg bei Beelitz geschieht. Aber aus den Aufzeichnungen von Ernst Prochnow wissen wir, daß es sogar in Woldenberg (kleine?) Spargelfelder gegeben hat. Sogar im Frühjahr 1945 konnten sie deshalb dort Spargel ernten und in schlimmen Zeiten ihren kärglichen Speiseplan etwas aufbessern.

  5. Wo im Internet gibt es einen brauchbaren (lesbaren!) alten Stadtplan der Kreisstadt Arnswalde?


  6. Zwar hat das Arnswalde-Portal eine Stadt-Skizze online. Aber dort sind leider alle Straßennamen total unlesbar.



Fragen — Zu Pommern


  1. Trifft es zu, daß nach den Vereinbarungen der Alliierten von vor 1945, die westlich der Oder liegende Stadt Stettin (heute: Szczecin) nicht an Polen gehen sollte – sich die Sowjets dann aber 1945 nicht daran hielten?


  2. Ja, das war so. Auf der Wikipedia-Seite zu Stettin gab’s jetzt die Antwort:
    Nach Kriegsende war der genaue Verlauf der Demarkationslinie zwischen der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands und den unter polnische Verwaltung gestellten deutschen Gebieten im Stettiner Raum noch unklar, so dass die Sowjetunion zunächst davon absah, das westlich der Oder gelegene Stettin den polnischen Behörden zu übergeben, und in der Stadt eine neugebildete deutsche Verwaltung einsetzte (...). Am 5. Juli 1945 wurde Stettin jedoch – unter Bruch bestehender alliierter Vereinbarungen, die einen Grenzverlauf „unmittelbar westlich von Swinemünde und von dort die Oder entlang bis zur Einmündung der westlichen Neiße“ vorsahen, die Oder-Neiße-Linie – von der sowjetischen Besatzungsmacht an Polen übergeben (...).

  3. Da es unterschiedliche Angaben gibt: Wann wurde 1945 die Oderbrücke bei Greifenhagen, über die ein Großteil der Ost-Flüchtlinge nach Westen strömten, gesprengt?


  4. Auf der Homepage „Heimatkreis Greifenhagen“ (die sollten das wohl wissen) heißt es, daß die Sprengung der Oderbrücke im April 1945 erfolgte.

  5. Welche wilden Tiere waren noch Anfang des 20. Jahrhunderts in Pommern heimisch?




Fragen — Zu Dobiegniew und Umgebung


Dobiegniew Hinweis: Es gibt einige Fragen zur heutigen Landwirtschaft in Dobiegniew und Umgebung bzw. dem Lebuser Land (Neumark). Diese wurden inzwischen mit ersten Antworten auf der Dobiegniew-Seite Nr. 3 zusammengestellt.



  1. Wann fand nach dem II. Weltkrieg in der Woldenberger Kirche der erste Gottesdienst statt?


  2. Genau ist das nicht bekannt. Aber aus den Aufzeichnungen von Ernst Prochnow wissen wir, daß zumindest die in Woldenberg zusammengezogenen Franzosen nach Pfingsten am 27. Mai 1945 vor ihrer Heimfahrt in der Woldenberger Kirche eine große Messe feierten.

  3. Wie gestalteten sich ab Februar 1945 die Lebensverhältnisse für die deutsche Rest-Bevölkerung und die zwangsumgesiedelten Polen in der von den Sowjets zerstörten Stadt?


  4. Darüber war bisher nur wenig bekannt. Insofern erhellt das Buch von Grzegorz Gralinski, das erst 2005 erschien, die damalige Situation in Friedeberg/Nm. (Strzelce). In Dobiegniew wird die Situation ähnlich gewesen sein, wie das auch aus den Aufzeichnungen von Ernst Prochnow hervorgeht.
    [Leben in der Nachkriegszeit]   [Anfänge der polnischen Verwaltung]

  5. Wann erhielt die Stadt offiziell den Namen „Dobiegniew“, und wie lange brauchte es nach 1945, bis in Dobiegniew die Trümmer abgeräumt waren und mit Neubauten begonnen wurde?


  6. Das geschah offensichtlich erst im Mai 1946. Denn andere Städte wie Stettin und Landsberg erhielten nach Angaben in Wikipedia am 19. Mai 1946 offiziell ihre polnischen Namen Szczecin bzw. Gorzów Wielkopolski (Landsberg/Warthe).

  7. Wo ist eigentlich nach 1945 der Schutt der Woldenberger Altstadt geblieben?


  8. Nach 1945 gab es in Polen eine Aktion „Das ganze Volk baut die Hauptstadt wieder auf“. Und so wurden auch in Dobiegniew aus den Trümmern der durch die Sowjets niedergebrannten Stadt alle noch brauchbaren Baumaterialien geborgen und mit der Bahn nach Warschau transportiert. Der restliche Schutt wurde am Ufer des Großen Sees beim Krügerschen Werder abgekippt. Auf diese Weise wurde diese am Abfluß des Mehrenthiner Fließes befindliche Insel zur Haupinsel.

  9. Nach welchen Prinzipien wurde nach 1945 in Dobiegniew (aber auch anderswo im früheren Ostdeutschland) das Eigentum an Land, Häusern und Wohnungen an die von den Russen weiter aus dem Osten (vor allem aus der West-Ukraine) vertriebenen Polen zugeteilt/vergeben, oder verblieb alles im Staatsbesitz?


  10. Im Kapitel 4.2.4.4 der Flucht-Dokumentation von 1954 heißt es:
    „Zu den ersten folgenschweren Maßnahmen, die der polnische Staat [1945] gegen die deutsche Bevölkerung verhängte, gehörte die entschädigungslose Vermögensenteignung. Sie wurde in verschiedenen Formen durchgeführt und bis Ende Mai 1945 beendet. Es begann damit, daß einzelne Polen sofort nach dem Einmarsch russischer Truppen Wohnungen, Häuser und Höfe deutscher Eigentümer für sich in Besitz nahmen. Nach dem Erlaß des Dekrets vom 28. Februar 1945, welches ganz allgemein die Enteignung der deutschen Bevölkerung anordnete, legalisierten polnische Behörden dieses eigenmächtige Vorgehen.

    Bei wachsendem Zustrom polnischer Interessenten wurden die Enteignungen in den Monaten März bis Mai 1945 in geschlossenen Aktionen auf ganze Dörfer ausgedehnt und die deutschen Bewohner kurzfristig aus ihren Höfen und Häusern herausgesetzt. Besitzanweisungen wurden ausgestellt, bei deren Verteilung sich bereits der Einfluß der Kommunistischen Partei bemerkbar machte.

    Neben polnischen Umsiedlern aus den von Rußland annektierten Gebieten Polens waren es vornehmlich die polnischen Landarbeiter deutscher Bauern, die bei der Verteilung deutschen Eigentums berücksichtigt wurden. Größere Güter soweit sie nicht von der russischen Armee in Verwaltung genommen worden waren, verfielen der Bodenreform und wurden nach der Parzellierung an polnische Siedler verteilt.“
    Diese Beschreibung gibt zwar noch keine erschöpfende Beantwortung der Frage, sie zeigt aber, daß wohl Zufall und Willkür bei der Verteilung des Eigentums eine wesentliche Rolle spielten.

  11. Aus Steinbusch (Glusko) im früheren Kreis Arnswalde, das nördlich von Hochzeit (Stare Osieczno) im Naturschutzgebiet der Drage liegt, kam früher ein vorzüglicher Käse – der „Steinbuscher“. Hat man im heutigen Glusko diese Käsetradition fortgesetzt (immerhin wäre dieser wohlschmeckende Käse ja ein gutes Exportprodukt)?



  12. Gibt es heute am Ort des früheren „Bayers Hof“ noch immer einen Bauernhof, und wie heißt dieser?


  13. Einen Hof gibt es dort noch. In dieser Gegend am Mehrenthiner Fließ gibt es zudem eine kleine Siedlung, die polnisch „Osada Nowy Mlyn“ heißt (Osada = Ansiedlung). [mehr]

  14. In welchem Jahr sind die aktuellen Luftaufnahmen von Dobiegniew entstanden?


  15. Welche land- und forstwirtschaftlichen Produkte werden heute in welchen Mengen aus der Gegend um Dobiegniew in andere Länder der EU exportiert?



  16. Warum wurde nicht in diesem Zusammenhang an Altbewährtes beim Export angeknüpft (z. B. Steinbuscher Käse oder echte Blaubeeren aus den Wäldern bei Krügergrund)? Fehlte bislang das Wissen um diese (nicht nur in Berlin) begehrten landwirtschaftlichen Produkte?



  17. Wo im Internet gibt in englischer oder deutscher Sprache solide Touristen-Infos (Hotels, Ferienhäuser, Restaurants, Fahrpläne, Angelbestimmungen etc.) über Dobiegniew und Umgebung?


  18.     Hotel Wodnik
    Ein Zufall (ein knapper Hinweis in einem Reisereport von 2005 einer Reise nach Neuteich bei Danzig sowie eine Bildrecherche via Google) gab im Herbst 2006 dann doch noch einen Hinweis auf ein kleines, feines Hotel in der Nähe von Dobiegniew – das „Hotel & Restaurant Wodnik“ (Hotel Wassermann, Telefon: 0048-95-7612288) in Dlugie (Dolgen) am malerischen Liebsee (Jezioro Lipie).

    Das ist die Gegend, wo früher der Gasthof „Zum Freyschützen“ lag. Die Übernachtungspreise mit Frühstück sind sehr moderat (Stand: 2006): 30 Euro/Nacht (Einzelzimmer), 36 Euro/Nacht (Doppelzimmer) und 45 Euro/Nacht (Appartement am See). Man spricht dort auch Deutsch. Das Hotel wurde 2001 eröffnet. Insofern ist es erstaunlich, daß dieses Hotel nicht bei üblichen Hotelrecherchen (auch bei polnischen Services) nachgewiesen wurde.

  19. Was ist aus dem alten Woldenberger „Krieger-Denkmal“ geworden, das zum Gedenken an die Kriegsgefallenen des Krieges 1870/71 – noch nach 1945 – auf dem Marktplatz vor der Kirche stand?


  20. Dr. Martin Schenk berichtet 1968 davon, daß das alte Krieger-Denkmal noch am alten Platz stehe. Nun aber oben mit einem Kreuz versehen worden sei und die alten Inschriften abgemeißelt worden seien. Ob das Denkmal dort noch heute (2002) steht, ist unklar.

    Das Woldenberger Krieger-Denkmal von 1870/71 ist nicht verschwunden. Anfang Dezember 2010 konnte anhand eines Fotos festgestellt werden, daß das alte Denkmal 2005 in der Nähe der Norwest-Ecke des Kirchturms gestanden hat. Das ist etwa dort, wo in den 1920er-Jahren im Beisein vieler Stadt-Honoratioren die in Bochum gegossenen neuen Kirchenglocken zur Glockenweihe auf dem Wagen standen, bevor sie nach oben in den Glockenstuhl gehievt wurden (sie läuten noch heute in Dobiegniew!). Das Denkmal steht noch heute (2011) dort. [mehr]

  21. Warum wurde beim Neuaufbau des zentralen Teils von Dobiegniew auf eine stadtgemäße Blockbebauung verzichtet und dort stattdessen die sehr offene Bebauung bevorzugt?


  22. Wie ist heute in der Großgemeinde Dobiegniew das Abwasserproblem gelöst? Gibt es beispielsweise ein Klärwerk?


  23. Erst Ende der 1980er-Jahren erhielt Dobiegniew eine Kanalisation. Das Klärwerk wurde unten am Fließ auf dem alten Woldenberger Schützenplatz gebaut. Seitdem ist das Wasser des Sees viel sauberer geworden.

          750 Jahre Landsberg/Gorzów
    ^   Logo zur Feier „750 Jahre Landsberg/ Gorzów Wlkp.“ von 2007.  
  24. Wurde 1998 in Dobiegniew das 700-jährige Bestehen der Stadt gefeiert? Oder welches Jahr wird heute als Gründungsjahr der Stadt angesehen?



  25. Wann wurde in Dobiegniew die Kirche nach 1945 katholisch neu geweiht?


  26. Das geschah im November 1946. Dennoch wurde bis zu deren Wiederherstellung für die Gottesdienste zunächst die kleine Kirche an der Straße nach Wutzig genutzt.

  27. Was sind die Haupteinnahmequellen für die Dobiegniewer Bürger und Bürgerinnen? Ist das noch immer die Landwirtschaft?



  28. Was wurde wann und warum erneut an der Einmündung des Zuflußes (früheres Breites Fließ) zum Jezioro Wielgie (Woldenberger See) verändert?



  29. Bereits Ende der 1930er-Jahre wurde der Verlauf des Zuflußes zum See verändert. Bis dahin floß das vom Hermsdorfer See kommende „Breite Fließ“ dicht an den Grundstücken des westlichen Teils der Nordmauer vorbei [Foto]. Hier lag damals auch die „Spüle“ [Foto], wo Wäsche nach dem Waschen gespült wurde, um sie dann auf dem benachbarten Trockenplatz auf Leinen aufzuhängen. Damals wurde das Fließ etwas nach Norden verlegt und der Altlauf zugeschüttet, um hier eine Seepromenade anlegen zu können. Die Grundstücke verloren dadurch erheblich an Wert.

  30. Gibt es heute wieder eine (kleine) jüdische Gemeinde in Dobiegniew?


  31. Auf den bisherigen Fotos von Dobiegniew sind kaum Läden und Gastwirtschaften zu erkennen. Wo sind diese heute in Dobiegniew zu finden?


  32. Wo und wie wird in Dobiegniew das Trinkwasser produziert?


  33. Wann startete Dobiegniew die Homepage im Internet? Und warum fehlt bis heute dort eine Fassung zumindest in Englisch?


  34. Wurden nach 1945 in der Gegend von Dobiegniew irgendwelche archäologischen Grabungen vorgenommen — mit welchem Ergebnis?


  35. Nach 1945 wurden in Dobiegniew keine archäologischen Arbeiten durchgeführt.

  36. Wieviel Einwohner hat Dobiegniew (nur das Siedlungsgebiet des früheren Woldenbergs!) heute?


  37. 2012 (?) gab es dort 3.216 Einwohnner, was deutlich weniger sind als Woldenberg zuletzt hatte.

  38. Welche Anstrengungen macht Dobiegniew bzw. die Kreisverwaltung, um den Tourismus aus Deutschland zu fördern?


  39. Woldenberg hatte sein eigenes Elektrizitätswerk. Woher bezieht heute Dobiegniew den elektrischen Strom?


  40. Sind die heute in Dobiegniew an der früheren Nordmauer anzutreffenden Hausnummern noch die aus Woldenberger Zeiten?


  41. Gibt es eine Beschreibug der Sanierung der Woldenberger Kirche? Wann erfolgte diese?


  42. Auf der Internetseite der „Gemeinde Dobiegniew“ (Parafia D.) gibt es Angaben zu den in den letzten Jahren durchgeführten Sanierungen mitsamt dazu gehörenden Fotos. Es fehlen Angaben zu früheren Renovierungen.*

  43. Sind Teile der Kirche unterkellert?


  44. Unter dem ältesten Teil der Kirche, wo die Sakristei ist, befindet sich ein Heizungskeller.*

  45. Wie gut ist die Wasserqualität (Keimbelastung) des Großen Sees heute?


  46. Der Große See hat die Klasse III in der Kathegorie der Sauberkeit.*



Fragen — Zu Polen


  1. Weiß man heute, wieviel der polnischen Offiziere, die bis Januar 1945 im Woldenberger OfLag IIC Gefangene der Deutschen waren, nach 1945 stalinistischen Exzessen zum Opfer fielen?


  2. Nach 1945 wurden von den neuen Machthabern 21 Offiziere, die das II C Woldenberg überlebt hatten, ermordet.*

  3. Gab es in Polen im ‚Sozialismus‘ nach 1945 bei der Verteilung der vorgefundenen Häuser/Wohnungen Ungerechtigkeiten, und wie wurden diese ggfs. später korrigiert?


  4. Wie war das Verhältnis zwischen Polen und Russen in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg?


  5. Im Kapitel 4.2.4.2 der Flucht-Dokumentation von 1954 heißt es:
    „Das Verhältnis zwischen Polen und Russen war in Ostdeutschland infolge der gegenseitigen Konkurrenz in der Beherrschung des Landes naturgemäß sehr gespannt, und in vielen Orten ist es zu fortgesetzten Auseinandersetzungen, ja sogar zu Schießereien zwischen ihnen gekommen. Neben der alten nationalen Feindschaft hat dabei vor allem die Tatsache mitgewirkt, daß die russischen Truppen in Ostdeutschland einen systematischen Abbau aller wertvollen Sachgüter betrieben und den Polen ein Land übergaben, dessen Landwirtschaft und Industrie weitgehend ausgeraubt waren.“
    Und was von den Russen nicht geraubt wurde, war von ihnen sinnlos zerstört worden, obwohl (oder weil) sie wußten, daß sie damit die Polen bestraften.

  6. Welchen Unterschied zwischen Polen und Deutschland gibt es um 2010 noch bei der Wirtschaftskraft (Löhne, Arbeitslosigkeit usw.)?


  7. Der mittlere Brutto-Monatslohn betrug 2008 in Deutschland kaufkraftbereinigt 2980 Euro, in Polen waren es mit umgerechnet 1371 Euro weniger als die Hälfte. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote lag im Februar 2011 in Polen bei 9,7 % und in Deutschland bei 6,3 %. Polen ist das einzige Land, dessen Wirtschaft seit 2008 auch in der Welt-Wirtschaftskrise gewachsen ist.



Fragen — Zum Verkehr


  1. Gab es durchgehende Eisenbahn-Züge von Woldenberg über Stettin nach Berlin zum Stettiner Bahnhof?


  2. Auch ein Blick ins Kursbuch 1944/45 der Deutschen Reichsbahn bringt hier noch keine Klarheit, ob es durchgehende Züge gab oder man in Stettin umsteigen mußte. Soviel ist sicher, bahntechnisch wären durchgehende Züge möglich gewesen. In Berlin starteten die Züge am Stettiner Bahnhof (nach 1945 hieß dieser dann Nordbahnhof), den es heute (2007) nicht mehr gibt. Seine Funktion wurde 2006 vom neuen Hauptbahnhof am Platz des früheren Lehrter Bahnhofs übernommen. Aber durchgehende Züge von Berlin in Richtung Dobiegniew (Woldenberg) gibt es immer noch nicht, was nicht nur an der polnischen Bahn liegt.

  3. Von welchem Berliner Bahnhof fuhren vor 1945 die Ostbahn- Eisenbahnzüge in Richtung Küstrin bzw. Kreuz ab?


  4. Ein Blick ins Kursbuch 1944/45 der Deutschen Reichsbahn bringt hier Klarheit: Diese Züge starteten am Bahnhof Berlin-Charlottenburg, fuhren über die Stadtbahn und hielten in Berlin an den Bahnhöfen Zoologischer Garten, Friedrichstraße und Schlesischer Bahnhof (heute der Ost-Bahnhof).

  5. Welche Pläne haben die Deutschen Bahn und die polnische Staatsbahn PKP, endlich wieder einen durchgehenden Zugbetrieb von Berlin ins Lebuser Land (Neumark) einzurichten?


  6. Offensichtlich gibt es auch 2 1/2 Jahre nach der EU-Aufnahme Polens (1.5.2004) noch immer keine konkreten Pläne. Im Gegenteil: 2006 gibt es einen lächerlichen Streit wg. der stündlichen Regionalverbindung Berlin — Kostrzyn (Küstrin).

    Seit dem Jahr 2007 tut sich nun aber etwas. Die Interessen-Gemeinschaft der Eisenbahn IGOB-EWIV, an der auch die Deutschen Bahn und Polens Staatsbahn PKP beteiligt sind, bemüht sich um eine Revitalisierung der „Ostbahn“ zwischen Berlin und Krzyz (Kreuz) und darüberhinaus. [mehr]

  7. Ist inzwischen die Eisenbahnstrecke Krzyz — Dobiegniew — Stargard Szczecinski — Szczecin (früher Kreuz — Woldenberg — Stargard — Stettin) zweigleisig ausgebaut?


  8. Wann endlich wird es eine schnelle ICE-Verbindung Berlin Hauptbahnhof (unten) — Szczecin (Stettin) — Stargard Szczecinski (Stargard) — Dobiegniew (Woldenberg) — Krzyz (Kreuz) — Poznan (Posen) — Wroclaw (Breslau) — Prag — Dresden — Berlin Hauptbahnhof (unten) geben?


  9. Gibt es im Lebuser Land zwischen den Orten einen Linien-Busverkehr, und wo im Internet gibt es dazu (Fahrplan-) Informationen?





Fragen — Sonstige Fragen


  1. Wann und wo genau wurde im Woldenberger Fließtal (Mehrenthiner Fließ) eine jungsteinzeitliche Pfahlbausiedlung gefunden?


  2. Hat der „Woldenberg Riverfront Park“ in New Orleans (USA) etwas mit der früheren Stadt Woldenberg in der Neumark zu tun?



  3. Was haben die pommerschen Adelsgeschlechter der „von Woldenberg“ und der „von der Woldenburg“ mit dem Ortsnamen Woldenberg in der Neumark zu tun?
  4. Bei den „von der Woldenburg“ und „von Woldenberg>“ handelt es sich um das gleiche alte begüterte Adelsgeschlecht (blaues Wappen mit einem silbernen Einhorn), das schon um 996 in Urkunden erwähnt worden sein soll. Woldenbergs Chronist Paul von Nießen gibt einen Hinweis, daß die „de Woldenbergh“ (auch „de Woldenborch“ genannt) im 13. Jahrhundert bei dem Ort Penthe eine Namensburg besessen haben. Leider konnte bisher mit Internet-Recherchen nicht geklärt werden, wo dieser Ort in Pommern einst lag. Vermutlich ist der Ortsname vom Chronisten in der Schreibweise fehlerhaft angegeben worden. Von Nießen vermutet aber 1893, daß dieses Adelsgeschlecht Namensgeber für die Stadt Woldenberg gewesen sei, die diesen Namen nachweislich seit 1333 trägt.

    Anfang Mai 2009 sandte nun ein Leser des Gästebuchs die folgende Abbildung aus einem Buch ein, auf der „Der Woldenberg“ mit einer großen Burg dargestellt ist. Dabei könnte es sich um die genannte Namensburg der „von Woldenberg“ handeln [Ed-6.5.2009: es stellte sich dann aber ein anderer Sachverhalt heraus]:

Der Woldenberg mit Burg um 1881
^   Der Woldenberg mit Burg um 1881. Die Namensburg der „von Woldenberg“ lag ganz sicher nicht bei der Stadt Woldenberg in der Neumark. Viele Fragen dazu sind noch offen. Im Buch-Begleittext werden zwar ein benachbarter „Langenberg“ und „Hainberg“ genannt, aber das oft so schlaue Google wußte damit nichts anzufangen. Die wichtigsten Fragen: Wo lag diese Burg genau? Existiert diese Burg noch heute?   (Repro: 2009 – andr)

    Auch wenn der Name des Berges „Woldenberg“ hier ohne „h“ geschrieben wird, führte die Angabe „Hainberg“ dann zusammen mit dem Hinweis von Herrn Bredereck aus Australien auf die richtige Spur: Bei Wikipedia gibt es eine Seite zu einer „Burg Wohldenberg“ bei Hildesheim in Niedersachsen, mit den Koordinaten: 52° 03’ 31” Nord, 10° 09’ 20” Ost. Und das ist die Burg, die oben im Bild dargestellt ist. Das ist also nicht die pommersche Namensburg der „von Woldenberg“, die von Nießen in der Woldenberger Stadtchronik erwähnte. Die Suche nach dieser Burg in Pommern geht also weiter.


  1. Gibt es in der Gegend des heutigen Dabie, das früher den Namen „Woldenburg“ getragen haben soll, noch Reste einer Burg der Familie von der Osten, die einst in diesem Regenwalder Land Güter besaßen?


  2.       Heimat der Familie von der Osten-Woldenburg
    ^   Lage der Namensburg des Adelsgeschlechts „von Woldenburg“ in Hinterpommern. Diese Familie gab im 14. Jahrhundert der Stadt Woldenberg (in der Neumark) ihren Namen.   (Grafik: 6.5.2009 – khd)
    Eine Antwort auf diese Frage gibt es noch nicht. Da muß wohl schon jemand vor Ort nachschauen. Aber es gibt Neuigkeiten über die Lage der Namensburg „Woldenburg“ der Familie von der Osten. Es ist nun sicher, daß diese etwa 30 km nordöstlich von Naugard (Nowogard) im vorderen Teil von Hinterpommern lag. Das ist der Teil Hinterpommerns, der gleich rechts vom Stettiner Haff liegt. Bei Plathe (Ploty) besaß die Familie von der Osten ein Schloß. Später kamen noch weitere Besitzungen in der Neumark wie in Schildberg (Golenice), Rohrbeck und Warnitz (xxx) sowie andere hinzu.

    Das eigentliche Herkunftsgebiet des Geschlechts von der Osten soll das Paderborner Land (heute Westfalen) sein. Insofern könnte es doch eine Verbindung zu den Hildesheimer „Wohldenberg“ geben. Es kann aber auch sein, daß die Adligen verschiedener Geschlechter, sich den Namen „Wo(h)ldenberg“ einfallen ließen – vielleicht weil er ‚in der Luft‘ lag, Mode war. Unklar ist auch, welchen Ursprung dieser Name hat.

    Bei der Familie von der Osten gibt es mehrere Stamm-Linien. Uns interessiert hier nur der hinterpommersche Stamm, der auf Gerhard ab Osta zurückgeht, der 1171 zum Ritter geschlagen wurde. In der 3. Generation danach taucht dann im 13. Jahrhundert Friedrich von der Osten auf, der sich „Friedrich auf Woldenburg in Pommern“ nennt. Zu dieser Zeit muß es also die Woldenburg bei Plathe schon gegeben haben. Von seinen Nachfahren wurden 1317 die Ländereien um Driesen von den brandenburgischen Markgrafen gekauft, wie von Nießen 1893 berichtete.


    Was nun noch fehlt: Eine Abbildung der Namensburg Woldenburg in Pommern.

  3. Bei der Deutschen Wehrmacht gab es einen Heeresteil „Gneisenau“. Was hat das mit Woldenberg zu tun?




Neues / Noch Unsortiertes


  1. Welches ist die genaue Quelle für das „Alphabetische Gewerbe-Verzeichnis des Kreises Friedeberg Nm.“ von etwa 1938 (Daten-Stand: 1936/37), das als zusammengeklebte Fotokopie in Woldenberger Kreisen kursierte? [Antworten]


  2. In den Zeitzeugen-Berichten der Vertreibung von 1945 fällt auf, daß noch im Juni 1945 die Ausgewiesenen die Oder südlich von Küstrin querten (Beispiele: Brandes-Report und Mohnhaupt-Report), später aber offensichtlich alle Fußmärsche (manchmal sogar noch über Landsberg) nach Fiddichow zur Oder-Querung führten (Beispiele: Prochnow-Report und Albrecht-Report). Gibt es dafür einen sachlichen Grund, oder war dieser weitere Weg nach Fiddichow nur Schikane?






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