3)
BBC = British
Broadcasting Corporation. Mit
Hier spricht London lieferte die BBC seit dem 29.
März 1938 ein deutschprachiges Nachrichtenprogramm, das auch der Propaganda gegen
Nazi-Deutschland diente. Dennoch war im Zweiten Weltkrieg dieser deutschsprachige BBC-Dienst eine
ziemlich verläßliche und seriöse Informationsquelle. Allerdings war in Deutschland
der Empfang dieses Feindsenders streng verboten und unter Todesstrafe gestellt, weshalb
man beim Abhören das Radio besonders leise stellte, damit es die Nachbarn nicht mitbekamen.
[
Deutsches aus London: BBC]
4)
Tiefflieger Viele Historiker halten Tiefflieger-Angrife auf die deutsche
Zivil-Bevölkerung durch die US Air Force und/oder die britische Royal Air Force für nicht
belegt. Bitteschön, hier ist der Bericht eines absolut glaubwürdigen Zeitzeugen
(später selbst studierter Historiker), der das zumindest für die Schlußphase des
Krieges belegt. Wir können also ganz sicher sein, daß noch um den 1. Mai 1945 im
West-Mecklenburgischen solche
mörderischen Jagdflugzeug-Angriffe geflogen worden sind,
obwohl in der Gegend von Gadebusch weit und breit keine relevanten militärischen Ziele
vorhanden waren. [
mehr]
[
Diskussion im Geschichtsforum]
5)
BDM = Bund Deutscher Mädel. Er war ein Teil der Hitler-Jugend
(
HJ).
6)
Werwolf auch Wehrwolf genannt. Das war eine von den
Nazis (SS-Himmler) im September 1944 ins Leben gerufene Untergrundorganisation für den
Partisanenkampf in den bereits besetzten Gebieten des Reiches. Am Ostersonntag, den 1. April 1945
wurde der Werwolf durch einen Rundfunkappell über einen Sender Werwolf der deutschen
Bevölkerung, als angeblich spontane Untergrundbewegung, bekanntgemacht:
Haß ist unser Gebet und Rache ist unser Feldgeschrei, hieß es. Der Sender
stellte erst am 24. April 1945 seinen Betrieb ein. Auf das reale Kriegsgeschehen hatte der Werwolf
keinen Einfluß.
7)
RM = Reichsmark, die damals in Deutschland die gültige Währung war.
Die RM galt bis zur
Währungsreform im Juni 1948, wobei sie 10:1 abgewertet wurde.
8)
Morgen: Das ist ein Flächenmaß. 1 Morgen = 0,2553 Hektar (ha) ≈ 1/4 ha.
1 ha = 10.000 qm.
[
Preußische Maße]
9)
Volksgenossen: So bezeichneten die Nazis ‚ihre‘ (Staats-) Bürger.
10)
Was wurde aus den Pferden nach 1945? Mit den 6 Pferden Annette, Liese, Lilo, Lotte, Trixi und
Vicky begann am 27.1.1945 die Flucht in Woldenberg. Aus dem Bericht wissen wir, daß Annette
bereits in Krien von der Wehrmacht requiriert wurde und sich Trixi und Vicky in Zierzow selbst
strangulierten, womit es nur noch 3 Pferde waren.
Der Autor teilte auf Anfrage am 28.3.2012 mit:
Die restlichen 3 Pferde bekamen Zuwachs durch Kauf eines Panjepferdes von Holländern in
Goldberg. Dazu erwarben wir im Sommer 1945 im "Weißen Hirsch" bei Ratzeburg ein Pferd aus
ehemaligen Wehrmachtsbeständen. Diese 5 Pferde zogen uns dann weiter, erst nach Niederscheden
bei Hann. Münden und Anfang 1948 nach Groß-Rhüden bei Seesen/Harz, Kreis
Hildesheim-Marienburg. Dort gaben wir die Pferde in den Dienst von Bauern. Bis zu ihrem Ableben
haben wir sie regelmäßig besucht.
11)
Schlacht um die Seelower Höhen Zu dieser Entscheidungschlacht
des
Zweiten Weltkriegs
gibt es im Internet viele gute Informationen, beipielsweise die Dokumentation
1945 Von Küstrin
über Seelow. Die Seelower Höhen sind aber auch der Ort, wo der damals
16-jährige Wolfgang Albrecht am 18. April 1945 von den Russen gefangengenommen wurde und
dann ins Lager Woldenberg marschieren mußte. Seine Erinnerungen
In Woldenberg in
Kriegsgefangenschaft wurden 2010 auf diesem Portal erstveröffentlicht.
12)
20. April 1945 Ein Freitag und Führers Geburtstag. Die Gedanken des
Herausgebers (Editor) dieser Seiten gehen zurück genau an diesen Tag: Denn die Alliierten
präsentierten (ihm) am abendlichen Himmel über Berlin einen riesigen
Weihnachtsbaum, der eines der schwersten Bombardements der Hauptstadt einläutete.
Schon seit Tagen konnten wir Kinder in Berlin-Weißensee nicht mehr draußen etwas spielen
es gab dauernd Alarm. Nach dem 20. April ging nichts mehr, und es kamen dann ganz
dramatische Ereignisse auf uns zu, über die 2001 bereits in
Was geschah 1945 beim Kampf um Berlin? berichtet worden ist. Und
bei der Weiterflucht von Weißensee nach Berlin-Grunewald spielten auch Tiefflieger eine
gefährliche Rolle.
13)
Strafing
Diese englische Militär- Vokabel leitet sich vom deutschen Verb strafen ab. Gemeint
sind damit Tiefflieger- Angriffe mit automatischen Waffen wie Maschinengewehren (MG). Auf die
Zivilbevölkerung wurde/wird dabei fast nie Rücksicht genommen. Besonders in der
Schlußphase des Zweiten Weltkriegs wurde dieses perfide Strafing 1944/45 von den
Westalliierten im großen Stil praktiziert. So auch im West- Mecklenburgischen, wie Gert Brauer
ausführlich berichtet.
[
weiteres]
Und es stellt sich die Gretchen- Frage: Wofür eigentlich wollten die Amerikaner und/oder Briten
die auf den Landstraßen Flüchtenden einfach so und ohne Gerichtsurteil mit
dem Tod bestrafen? Etwa dafür, daß sich diese verzweifelten Menschen vor der Roten Armee
in Sicherheit bringen wollten, oder etwa dafür, daß sie vielleicht einst die NSDAP
gewählt haben? Oder saßen an den Steuerknüppeln der Jagdflieger nur etwas hirnlose,
halbstarke Piloten, die sich am Mensch-und-Tier- Abballern ergötzten? Dieses Kapitel der
Kriegsverbrechen mit Tieffliegern ist bis heute (2012) nicht aufgeklärt und aufgearbeitet
worden, obwohl in den Militär-Archiven genügend Informationen dazu vorhanden sein werden.
Warum nicht? Immerhin könnte doch daraus gelernt werden . . .
14)
SS =
Schutz-Staffel der
NSDAP. Das war eine
paramilitärische Organisation dieser Nazi-Partei. Die SS war maßgeblich an der Ermordung
der Juden (
Holocaust) beteiligt
und wurde nach 1945 als verbrecherische Organisation verboten. Im Zweiten Weltkriegs verübten
Teile der SS auch in Zusammenarbeit mit der Wehrmacht zahlreiche Kriegsverbrechen wie
die Folterung und Ermordung von Kriegsgefangenen, Massentötungen von Zivilisten und die
Vertreibung von Menschen aus den von der Wehrmacht besetzten Gebieten.
15)
Kollateral-Schaden (Begleitschäden) So bezeichnen neuerdings (verharmlosend)
Militärs, daß es bei militärischen Operationen auch Zivilopfer gegeben hat. Das sei
zwar bedauerlich, aber nicht zu vermeiden gewesen, heißt es dann
regelmäßig. So geschehen u. a. im
Kosovo-Krieg (1998/99), im
Irak-Krieg (2003) und auch in
Afghanistan
(seit 2001).
Im Kosovo zerbombte ein
NATO-Flieger bei Grdelica sinnlos gleich einen ganzen Personenzug. Im Kosovo wurden auch
1998/99 wieder Flüchtlingstrecks angegriffen. In Afghanistan wurden am 4.9.2009 durch einen
Luftangriff bei Kunduz
um die 140 Zivilpersonen, darunter auch Kinder, sinnlos getötet oder verletzt. Schuld an
diesem Desaster trägt die Bundeswehr, denn ein deutscher Offizier fühlte angeblich eine
Bedrohung durch die
Taliban und
hatte deshalb den NATO-Angriff angefordert. Die Getöteten hingegen wollten sich lediglich
etwas Benzin aus dort havarierten Tanklastwagen ‚organisieren‘. Keine dieser
Vorkommnisse wurde bislang geahndet.
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Das restliche Deutschland wird 1945 in 4 Besatzungszonen geteilt.
(Grafik: 2010 wikipedia) |
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16)
SBZ = Sowjetisch besetzte Zone. Aus dieser
Besatzungszone entstand dann zusammen mit dem Ost-Sektor Berlins am 7.
Oktober 1949 die
Deutsche Demokratische Republik (DDR). Die DDR bezeichnete sich selbst als
sozialistischen Staat, entwickelte sich aber nach und nach zu einer Diktatur sowjetischer
Prägung. Und damit ihnen nicht die Bevölkerung in den Westen weglief, bauten sie im
August 1961 eine Mauer um ihr Land, die erst 1989 überwunden werden konnte.
17)
Westalliierte beschossen SRK-Konvoi: 1945 in den letzten Kriegsmonaten
gelang dem Schwedischen Roten Kreuz (SRK) die Rettung von KZ-Häftlingen darunter auch
Juden aus dem Außenlager Malchow des KZ Ravensbrück. Aber nicht alle
überlebten den Transport mit Bussen zum in Lübeck wartenden Schiff Lillie
Mathiesen. In der Gegend von Gadebusch (westlich von Schwerin) schossen alliierte Tiefflieger
auf den Konvoi, obwohl die neutralen Schweden den Alliierten den Transport angekündigt hatten.
In der Müritz-Zeitung (Nordkurier) heißt es dazu am 5.1.2012:
Dies
geschah, obwohl die Fahrzeuge deutlich weiß gekennzeichnet waren, das Rote Kreuz und die
Schwedische Flagge trugen. Am ganzen Weg (Landstraße Schwerin Gadebusch, heutige B104,
waren die Spuren der gefürchteten Tiefflieger zu sehen, welche am Wege alles vernichteten.
Besonders hinter Schwerin lagen die zerschossenen Fahrzeuge dicht an dicht, ein Teil noch
brennend.
18)
Gadebusch Auf
dieser Wikipedia-Seite (Stand: 5.4.2012) wird nur berichtet, daß in Gadebusch lediglich
2 Bomben fielen, ohne nennenswerte Schäden anzurichten. Es wird kein Wort über die
vielen Toten unter den Flüchtlingen oder dem
Schweden-Konvoi verloren, die 1945 in der Gadebuscher-Todeszone durch
das massive
Strafing alliierter Tiefflieger zu beklagen sind.
19) 
Die Familie Brauer verlebte die
nächste Zukunft bis zum 26. September 1945 im
Weißen Hirsch (Forsthaus südlich von Ratzeburg) in der britischen Zone. Sie
zogen dann etwas weiter westlich nach Poggensee im Kreis Lauenburg, wo sie bis Juni 1946 blieben.
Aber wovon lebten die Brauers, wenn man Haus und Hof verloren hatte und damit keine Einnahmen mehr
hatte? Auf Anfrage teilte dazu der Autor am 28.3.2012 mit: Die Einnahmequellen nach der
Flucht waren unterschiedlich: Sparbücher kamen in Frage, der Schwarzhandel und
Tauschgeschäfte blühten, dazu landwirtschaftlicher Einsatz auf Bauernhöfen. Ab
Sommer 1946 übte meine Mutter wieder ihren Beruf als Lehrerin aus und bezog ihr Gehalt. Mein
Vater trat seinen Dienst als Lehrer im Herbst 1946 an. Damit waren die Grundlagen für das
monatliche Einkommen gelegt.
20)
Französische Kriegsgefangene wurden im Zweiten Weltkrieg als
Zwangsarbeiter vor allem
in der Landwirtschaft eingesetzt, denn die deutschen Landarbeiter waren zur Wehrmacht eingezogen
worden. Ab Ende April 1945 wurden alle Franzosen aus der Region in Woldenberg zusammengezogen. In
der Marienkirche am Markt feierten sie am 27. Mai 1945 eine Große Messe, wie wir aus den
Überlieferungen von Ernst
Prochnow wissen. Dieser
berichtet auch, daß in den Tagen danach Tausende Franzosen Woldenberg in
geschmückten Eisenbahnzügen in Richtung Heimat verlassen haben.