Anmerkungen des Editors / Remarks by the Editor:
[Translation-Service]
1) 
Auf der Flucht vor den Russen überquerte der kleine Birkenhof-Treck der Familie Brauer in der
Nacht zum 2. Februar 1945 die Oder bei Greifenhagen. Ihre
weitere Route in Richtung Anklam
in Vorpommern führte über die Orte:
Greifenhagen/Oder
Oder-Brücke
Mescherin
Neu Rosow*
Kolbitzow
Stettin-Schöningen
Stettin-Scheune
Stettin-Möhringen
Sparrenfelde*
Neuenkirchen
Bismark
Löcknitz**
Rossow
Pasewalk
Jatznick
Heinrichsruh
Ferdinandshof*
Rathebur
Ducherow
Kosenow
Anklam*
Görke
Postlow
Albinshof
Krien (Domäne)
Neu-Krien** (43 Tage)
[
Fortsetzung].
In den mit einem * markierten Orten wurde jeweils ein Nachtquartier bezogen. In Orten mit ** wurde
ein mehrtägiger Stop eingelegt.
2) 
Die NSDAP (Nazi-Partei) hatte den Kreis Anklam in Vorpommern als
Aufnahmegebiet für die
Flüchtlinge aus dem Kreis Friedeberg angeordnet. Übrigens, die Nazis sprachen damals
nicht so gerne von Flüchtlingen, sondern von Umquartierten.
3) 
Es ist immer eine gute Idee, zu wichtigen Ereignissen in der Weltgeschichte in den archivierten
Ausgaben der NZZ (
Neue Züricher
Zeitung) nachzuschlagen.
4)
KTB Das steht für Kriegstagebücher des Oberkommandos der
Wehrmacht.
5) 
Bereits am Abend des 31. Januar 1945 konnte die Rote Armee angesichts der zugefrorenen Oder
bei Kienitz einen
ersten Brückenkopf am westlichen Oderufer bilden.
6) 
Zur
Besetzung des Kreises
Arnswalde durch die Rote Armee ist hier eine Grafik dokumentiert, aus der der zeitliche
Ablauf der Invasion zu entnehmen ist.
7)
OKW Das bedeutet Oberkommando der Wehrmacht.
Der Hauptsitz war in der Nähe Berlins, in Wünsdorf bei Zossen.
8)
NSV Das steht für National-Sozialistische
Volkswohlfahrt. Diese NSV war eine Gliederung der Nazi-Partei
NSDAP. Die Staatsorganisation NSV
verdrängte die sozialen Dienste vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), der evangelischen Diakonie und
der katholische Caritas.
9) 
Hm,
Pommernstellung hält. Gemeint kann damit nur der nördliche Teil
der
Pommernstellung sein, denn
den südlichen Teil hatte die Rote Armee schon Ende Januar 1945 praktisch kampflos
überwunden. So rollten bereits in der Nacht vom 27. auf den 28. Januar 1945 Sowjet-Panzer im
Zuge der Reichsstraße 1 über die (nicht mal gesprengte) Drage-Brücke bei
Hochzeit.
10) 
Viele Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten mußten nach geglückter Flucht die
schlimme Erfahrung machen, daß sie bei den Einheimischen westlich der Oder nicht sehr
willkommen waren. Manchmal wurden die
Flüchtlinge wie Aussätzige behandelt
auch noch lange nach 1945.
11)
Tod der Adelheid Beyer: Das entsetzliche Geschehen in Klosterfelde von 1945 ist im
hier ebenfalls dokumentierten
Tagebuch der Renate Brandes, der Mutter von Adelheid Beyer (im
Tagebuch Trautchen genannt), ausführlich beschrieben.
12)
HJ = Hitler-Jugend,
die Jugendorganisation der NSDAP (Nazi-Partei). Seit dem 1. Dezember 1936 war die Mitgliedschaft
in der HJ für alle 10- bis 18- jährigen Jugendlichen Pflicht.
13) 
Leider kann zu diesen
Heimattreffen in Anklam kein Link angegeben werden, da bislang keiner
gefunden wurde. Aber manchmal findet man den Termin auf dem
Portal der Stadt Anklam unter den Veranstaltungshinweisen auch das noch
recht neue
Arnswalde-Portal
könnte eine Ankündigung haben.
14)
Kriegsverbrechen:
Im Zweiten Weltkrieg fanden Kriegsverbrechen an den Zivilbevölkerungen ohne Ende statt
auf/von allen Seiten. Aber aus den vielen begangenen Grausamkeiten hat man kaum etwas gelernt, denn
auch noch heute (2011/12) werden immer wieder Greueltaten bei kriegerischen Konflikten bekannt
(aktuelle Stichworte: Afghanistan, Afrika, Syrien, Tunesien).
[Wikipedia:
Verbrechen der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg]
15)
Wunderwaffen Bis
in die heutigen Tage wird über solche vielleicht kriegsentscheidenden Wunderwaffen
geredet, aber es gab sie wirklich nicht. Zwar gab es 1944/45 Weiterentwicklungen von
Waffensystemen, aber mit keiner dieser Neuerungen hätte 1945 die sowjetische Übermacht
gestoppt werden können. Allenfalls so makaber das auch ist hätte der
Einsatz von Atombomben eine Wirkung haben können. Gott sei Dank stand aber das damals nicht
auf Hitlers To-do-Liste, sonst wäre Osteuropa bis heute atomar verseucht und vielerorts
unbewohnbar geworden. Auch wäre dann Berlin durch die amerikanische Hiroshima-Bombe atomar
plattgemacht worden. Der schnelle Vorstoß der Roten Armee hat das verhindert.
16)
Kriegs-Festessen: Leider erfahren wir nicht, was es da zu essen gab. Aber der Autor teilte
am 28.3.2012 auf Anfrage mit, wie es generell um die
Versorgung mit Lebensmitteln
während der Flucht bestellt war:
Stellenweise, meist bei der Angabe der jeweiligen Quartiere, finden sich verschiedene Hinweise
auf die Versorgungslage. Ohne Zweifel gab es Versorgungsschwierigkeiten. Einerseits wurden
ankommende Flüchtlinge und Trecks von der
NSV in Schulen
empfangen und verpflegt; aus Großküchen gab es z. B. Eintopf, Suppen, warmen Kaffee
etc., andererseits konnte speziell unsere Familie auf eiserne Rationen von Zuhause
zurückgreifen, ein große Hilfe. Zu meinem Geburtstag und bei meiner Konfirmation in
Krien bei Anklam stellte meine Mutter z. B. Mahlzeiten zusammen, die wesentlich von unserem
Birkenhof stammten. Manchmal boten die Quartierswirte gastfreundlicher Häuser Milch (-suppen),
Eier, Kartoffeln etc. an. Organisatorisch funktionierte erstaunlicherweise die Versorgung der
Menschen mit Lebensmitteln noch einigermaßen. Die besonders schlimmen Hungerjahre kamen,
folgten später: 1946/47.