Aus:
khd-Page Nr. 758, Berlin/Houston,
4. Dezember 2011 (khd-blog) von KARL-HEINZ DITTBERNER.
[
Original]
BERLIN 1. Dezember 2011 (
khd).
Vor gut 5 Jahren warb ich an dieser Stelle im Artikel
Die Neumark wiederentdecken auch um die Besichtigung des Virtuellen
Woldenberg, das ich im Internet aus dem Nachlaß meiner Verwandten seit 2003
zusammengestellt hatte. Die alten Fotos und Texte sollten nicht im Karton verstauben. Durch den
besonders markanten Kirchturm ist Woldenberg vielleicht manchen bekannt, das seit 1945 zu Polen
gehört und jetzt Dobiegniew heißt.
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Woldenberg/Nm. Der markante Kirchturm.
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Woldenberg war bis 1945 ein Ackerbürger-Städtchen in der Neumark (Nm) im Kreis Friedeberg
und gehörte ab 1938 zu Pommern. Es wurde Ende Januar 1945 wie so viele Ortschaften
östlich der Oder zum größten Teil durch eine Feuerbrunst zerstört.
Viele haben inzwischen diese virtuell wiederauferstandene neumärkische Kleinstadt im Netz
besucht, vor allem seit im Herbst 2010 daraus das Portal
www.woldenberg-neumark.eu geworden war.
Inzwischen ist die Präsentation mächtig gewachsen und ziemlich vollständig geworden,
zumal etliche Nutzer Bilder und Texte beisteuern konnten. Das Projekt ist auch ein Beispiel
dafür, wie man im Internet eine vergangene Stadt wieder etwas zum Leben erwecken kann, so
daß bei früheren Bewohnern ein Erinnern ermöglicht wird, aber auch der Wissensdurst
der heutiger Bewohner gestillt werden kann.
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Dobiegniew/Woldenberg liegt in einer einmalig schönen Seenlandschaft des
Lebuser Landes
(frühere Neumark).
(Repro: 2005 khd/galeria) |
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So sind nunmehr allein von Woldenberg
26
Galerien mit vielen alten Fotos entstanden. Auch zum heutigen Woldenberg dem polnischen
Dobiegniew gibt es bereits
12
Galerien mit neueren Fotos sowie
aktuelle
Luftfotos und ein großes
Panorama. Die Zahl dokumentierter Artikel darunter viele Beschreibungen
aus früheren Zeiten Woldenbergs ist auf über 100 gestiegen, so daß zum
leichten Auffinden ein
Artikel-Verzeichnis notwendig wurde.
Auch in Polen hat das Woldenberg-Portal viele Nutzer, die etwas von der Vergangenheit ihrer Stadt
erfahren wollen. Im
Forum schrieb ein polnischer Leser:
Die alten Fotos vom alten Woldenberg
finde ich einfach toll, schade das so ein schönes Städtchen zerstört wurde.
Tja, dafur sind ein irrsinniger Hitler und ein ebenso irrsinniger Stalin verantwortlich, die beide
so unendlich viel Leid und Elend über die Menschen brachten. Gerade wir in Polen und Deutschland
müssen aber nach vorne blicken und alles tun, daß sich eine solche Katastrophe nie
wiederholt. Und dazu brauchen wir die Europäische Union friedliebender
Staaten.
Etwas Besonderes
Die Besucher können sich ein recht gutes Bild von Woldenberg machen, wie es dort vor 1945
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Der Geschmack dieser Gänseleberwurst ist einmalig.
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Das haben alle gesagt, die diese selbstgemachte Gänseleberwurst nach dem alten
Rezept
von Bayers Hof je gekostet haben. In Woldenberg gab es diese Wurst immer zu Weihnachten und
dieses ebenso einmalige Gänseklein am Heiligabend.
[Andere Kochrezepte aus Woldenberg]
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einmal aussah und wie es heute in Dobiegniew aussieht. Denn es wurde darauf geachtet, daß
Altes und Neues untereinander durch Hyper-Links verbunden wurde. Dazu gehören auch wirklich
informative Bildlegenden und Nutzer, die das Klicken mit der Maus nicht vergessen.
Dieser Internet-Auftritt von Woldenberg und der Neumark ist schon etwas Besonderes. In dieser Art
gibt es das im Netz kaum von einem anderen Ort im früheren Ost-Deutschland. Um wenigstens das
Defizit bei Woldenbergs benachbarten Städte Arnswalde, Driesen, Friedeberg, Landsberg und
Neuwedell etwas abzumildern, wurden für diese auch einige
Foto-Galerien
ins Netz gestellt. Sogar von Stettin in Pommern fanden sich im Nachlaß noch alte Ansichten
an. Das hat den Nutzern sehr gefallen.
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Woldenberg/Nm Blick über den See auf die Kleinstadt um 1911. 100 Jahre später ist
es das polnische Dobiegniew, und es gehört zu unserem gemeinsamen Europa (EU).
(Repro: 2003 khd) |
Sogar kleine Wunder
In den 8 Jahren der Existenz des Woldenberg-Portals kam es mehrfach zu kleinen Wundern. Da fanden
sich über das Forum Schulfreunde, die sich zuletzt 1944/45 in Woldenberg sahen. Oder da
tauchte plötzlich ein uraltes Poesie-Album auf, in dem sich vor 123 Jahren die Großmutter
des Herausgebers
verewigte. Und ganz aktuell ist die
Geschichte vom Wohnhaus der Familie Kranich. Mal sehen, welches
nächste kleine Wunder ins Haus steht.
Sollten Sie das
Virtuelle
Woldenberg besucht haben und dazu eine Anregung haben oder eine Meinung äußern
wollen, dann können Sie das gerne im
Gästebuch des Portals tun.