Auch in Woldenberg lag der Friedhof der
jüdischen Gemeinde vor den Toren der Stadt. Über
diesen kleinen Friedhof, der sich im Osten auf dem Stadtwerder vor dem Niedertor an der Chaussee nach
Hochzeit befand, ist wenig bekannt. Er lag etwa dort, wo im
Woldenberger Stadtplan die Nr.
28 angegeben ist.
[
Lage-Skizze]
Nach allem, was bekannt ist, wurde der Jüdische Friedhof in Woldenberg erst Anfang des 19.
Jahrhunderts angelegt. Er diente auch zur Bestattung von Juden aus den Dörfern in der Umgebung
Woldenbergs, beispielsweise sind hier Juden aus Marienwalde beerdigt worden.
Vermutlich wurde der Friedhof zu Nazi-Zeiten auch verwüstet, zumal das Sturmlokal
der Woldenberger SA (bei
Schleusener) nicht weit entfernt war. Vielleicht erinnert sich ja noch ein(e)
Leser/in, was damals geschah und postet das im
FORUM.
Ob heute in Dobiegniew noch Reste des Jüdischen Friedhof Woldenbergs anzutreffen sind, ist
derzeit unklar. Vielleicht achten mal darauf Leser/innen, die demnächst Dobiegniew besuchen.
Ihr Bericht dazu im
FORUM ist
willkommen.
Im Herbst 2011 wurde auf dem Portal
Virtual
Shtetl des Polnischen Historischen Museums ein Hinweis gefunden, daß nach 1945 in
Dobiegniew das Gelände des Friedhofs landwirtschaftlich genutzt wurde. Erst sehr viel
später (vermutlich erst nach 1990) hat man in Polen versucht, den Friedhof wieder zu
restaurieren.
Danach sollen noch einige wenige Grabsteine geborgen worden sein, die in Deutsch und Hebräisch
Inschriften aufwiesen. Der älteste Grabstein stammt aus dem Jahr 1865, also etwa aus der Zeit,
wo die Woldenberger Synagoge in der Junkerstraße eingeweiht worden war.
[
Jüdische Steine bei Dobiegniew]
[
Jüdisches Leben in Dobiegniew]