Dobiegniew (Polen)   —  Neue Fotos 18 khd
Stand:  21.7.2013   (11. Ed.)  –  File: WBG/Dob/Dobiegniew_Fotos_18.html



Dobiegniew Diese Seite ist Teil eines Woldenberg-Reports. Woldenberg – heute das polnische Dobiegniew – war bis 1945 eine kleine Stadt in der Neumark (Nm), dem damals östlichsten Teil der Mark Brandenburg. Zwar wurde zum 1. Oktober 1938 der Landkreis Friedeberg/Nm mit Woldenberg der Provinz Pommern (Pm) zugeschlagen, dennoch fühlten sich die Einwohner weiterhin als Neumärker. Seit 1945 gehört Woldenberg/Pm zu Polen. [Geschichte Woldenbergs]

   
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Auf dieser Seite werden neuere Fotos aus Dobiegniew (früheres Woldenberg) präsentiert. Sie stammen aus verschiedenen Quellen, die jeweils angegeben sind. Die Fotos wurden für diese Publikation neu digital eingerichtet. Es ist eine gute Idee, in einem 2. Fenster den Plan von Dobiegniew und Umgebung parat zu haben.


Dobiegniew — Aktuelle Fotos (18)


Dobiegniew -- Sonnenuntergang über dem See
^   Dobiegniew – Sonnenuntergang über See, dem westlichen Teil des Sees (Fischzuchtteich). Blick von der früheren Klosterfelder Chaussee nach Westen. [Luftfoto]   (Foto: 30.9.2012 – g.stach-130)

    Dobiegniew -- Frühere Pauli-Gärtnerei 2012
^   Dobiegniew – Frühere Pauli-Gärtnerei am Postberg im Jahr 2012. [Luftfoto]   (Foto: 30.9.2012 – g.stach-021)
      Auf dieser Seite folgen wir einigen Spuren, wie sie in auf diesem Portal zitierten bzw. dokumentierten Berichten und Fotos vorkommen. Wir wollen sehen, wie es heute an diesen Orten aussieht.

      Da ist zunächst am Postberg die Gärtnerei von Pauli, die in dem
Prochnow- Bericht von 1945 eine Rolle spielt. Im April 1945 fanden hier die bei Woldenberg zurückgebliebenen Prochnows Unterschlupf und Arbeit. Ob das noch die alten Gewächshäuser sind, ist unklar. Die meisten Nebengebäude stammen aber noch aus Woldenberger Zeiten.

      Dobiegniew -- Pumpe bei der Kirche 2012
^   Dobiegniew – Woldenberger Wasserpumpe im Jahr 2012.   (Foto: 2.10.2012 – g.stach-234)
      In der Nähe der Kirche steht noch heute eine alte Wasserpumpe aus Woldenberger Zeiten. Sie stand früher an der Kirchstraße Ecke Alte Marktstraße. Die Pumpe könnte vom Woldenberger Brunnenbauer Kranich gebaut worden sein. Der Schwengel ist vermutlich inzwischen erneuert worden.

      Heinz Mohnhaupt (Jg. 1930), der früher in der Brauhausstraße wohnte, beschreibt im 1. Band „Bei uns zu Haus“ seiner
Trilogie, welche Bedeutung diese Pumpe damals für die Anwohner hatte. In den Häusern gab es ja kein fließendes Wasser.

      Diese Pumpe war die Begegnungsstätte der Woldenberger aus dieser gesamten Gegend. Oftmals mußte man für längere Zeit anstehen, insbesondere dann wenn sie nach einem aufwendigen Verfahren wieder aufgetaut worden war, wie z. B. im Januar des harten Winters 1944/45.

    Dobiegniew -- Die Rathaus-Bäume 2012
^   Dobiegniew – Die Woldenberger Rathaus-Bäume 2012. [Altes Foto]   (Foto: 2.10.2012 – g.stach-237)
      Auf dem Pl. Starca in Dobiegniew — dem früheren Marktplatz — stehen an der Mitte der Ostseite zwei alte Bäume. Sie sind stumme Zeugen der Woldenberger Zeit. Denn gleich dahinter befand sich bis 1945 das
Woldenberger Rathaus.

      Heute stehen hinter den Bäumen mit großem Abstand die erhalten gebliebenen Häuser an der früheren Alte Marktstraße, die ansprechend restauriert worden sind. Am linken Baum wurde das Denkmal für die polnischen Offiziere im Woldenberger Lager (OfLag-IIC) aufgestellt.

      Dobiegniew -- Grab Antonie Podolski
^   Dobiegniew – Grab der Antonie Podolski, geb. Kolanowski († 26.10.1940) aus Woldenberg.   (Foto: 2.10.2012 – g.stach-186)
      Auf der
Friedhofs-Seite wird gesagt, daß es auf dem Friedhof in Dobiegniew keine Gräber mehr aus Woldenberger Zeiten gibt. So ganz stimmt das aber nicht, wie sich jetzt bei einem Gang über den Friedhof zeigte. Zumindest eines wurde entdeckt.

      Manche Woldenberger mit polnischen Wurzeln sind 1945 nicht geflüchtet, auch wurden sie im Sommer 1945 nicht vertrieben. Und so ist erklärlich, warum auf dem Friedhof einige Gräber erhalten sind, zumal wenn sie von den Nachfahren gepflegt wurden.

      So wird das auch bei der Familie Podolski gewesen sein, die um 1924 am Wutziger Weg 1–2 wohnte. Der Familie- und Mädchen-Name der 1940 in Woldenberg bestatteten Antonie Podolski legen nahe, daß die Vorfahren aus Polen stammten.

    Dobiegniew -- Reste vom Strandbad
^   Dobiegniew – Reste vom Woldenberger Strandbad. [Altes Foto]   (Foto: 2.10.2012 – g.stach-293)
      Woldenberg spendierte sich 1931 ein
feines Strandbad am Großen See. Der Sand dafür wurde vom Schützenplatz aus dem Fließtal herbeigeschafft. Dieses beliebte Freibad wurde 1945 vollkommen zerstört.

      Aber in Dobiegniew gibt es noch heute einige Reste des Bades. Da liegt noch etwas vom Sand am Ufer des Sees. Im Wasser stehen noch immer einige Holzpfosten der früheren Badebrücken. Und vom Hauptpavillon existieren noch die Stufen und einige Fundament- Fragmente.

    Dobiegniew -- Ort der Woldenberger Sparkasse
^   Dobiegniew – Hier stand Woldenbergs Sparkasse. [Altes Foto]   (Foto: 2.10.2012 – g.stach-238)
      An der früheren Richtstraße Ecke Marktplatz (heute: Pl. Starca) befindet sich heute schräg gegenüber dem
Dallmann- Haus ein Blumen- Hochbeet. Dieses markiert gleichzeitig den früheren Standort der Woldenberger Sparkasse und Heimatmuseums.

      Da der Keller der Sparkasse nach 1945 nicht entfernt wurde, ruht dieses Blumenbeet quasi auf den Grundmauern der alten Sparkasse. Man muß es nur wissen. Gibt es eigentlich in Dobiegniew schon ein Heimatmuseum?



      Beim Woldenberg-Symposium im Juni 2013 begab sich der Fotograf Gerd Kollmorgen (Jg. 1929) auch auf Spurensuche — in der Gegend des früheren Woldenberger Stadtplatzes „Am Hohen Tor“. Hier stand einst das Haus seiner Eltern und Großeltern, was aber 1945 zerstört wurde. Er war hier schon 2002 einmal und nahm das folgende Panorama auf.

Dobiegniew -- Panorama vom früheren Hohen Tor im Jahr 2002
^   Dobiegniew 2002 – Panorama-Blick von Westen auf den Ort des früheren Platzes „Am Hohen Tor“. Die einzigen Gebäude aus Woldenberger Zeiten, die zu sehen sind, sind das Prochnow-Hotel an der Richtstraße (links, 2. Haus) und die Kirche (Mitte).   (3 Fotos: 2002 – g.kollmorgen)

      Und 2013 machte Kollmorgen beim Stadtrundgang eine Reihe von neuen Fotos dieser Gegend, um zu sehen, ob sich hier baulich in gut 10 Jahren etwas getan hat. Zwar sind an der Nordseite einige Bauten entstanden, aber der Platz selbst — einst die gute Stube Woldenbergs, die sogar mal eine zeitlang „Pariser Platz“ hieß — wurde noch immer nicht städtebaulich aufgewertet. Man hat das Problem wohl noch nicht erkannt.

Dobiegniew -- Am Hohen Tor 1      
^   Dobiegniew 2013 – Am Hohen Tor 1. Blick in Richtung Norden (See).   (Foto: 23.6.2013 – g.kollmorgen-2301)
Dobiegniew -- Am Hohen Tor 2
^   Dobiegniew 2013 – Am Hohen Tor 2. Die Richtstraße mit Prochnow-Hotel.   (Foto: 23.6.2013 – g.kollmorgen-2303)

Woldenberg/Nm -- Am Hohen Tor um 1900      
^   Woldenberg/Neumark um 1900 – Geschäftiges Treiben am Hohen Tor. Ganz links an diesem zentralen Platz steht das Elternhaus von Gerd Kollmorgen. In der Richtstraße (links) gab es zudem eine große Vielfalt an Geschäften. In Dobiegniew konnte man an diese städtebaulichen Qualitäten bis heute (2013) nicht anknüpfen. Und so sieht es hier noch immer ziemlich trostlos aus.   (Repro: 2005 – khd)
Dobiegniew -- Am Hohen Tor 3
^   Dobiegniew 2013 – Am Hohen Tor 3. Nur ein kleines Grasdreieck ist vom einst urbanen Platz übriggeblieben.   (Foto: 23.6.2013 – g.kollmorgen-2304)

      Auch der Blick vom Hohen Tor zurück zum Kastanienplatz zeigt, daß sich auch hier baulich noch nichts Großartiges getan hat, mal vom Ausbau der Straßen abgesehen. Wo etwa früher an der Richtstraße Nr. 52 das feine Geschäftshaus von „
Willy Rosenberg“ stand, steht heute ein belangloser Plattenbau. Wenn man zudem erlaubt, wie vor einiger Zeit am Kastanienplatz geschehen, daß sich Supermärkte vom Discountertyp mit einer ALDI-like Architektur mitten in der Stadt ansiedeln, dann ergibt das kein wegweisendes Stadtbild und macht auch den Einzelhandel kleiner Geschäftsleute kaputt.

Dobiegniew -- Am Hohen Tor 4      
^   Dobiegniew 2013 – Am Hohen Tor 4. Hier stand einst das Kollmorgen-Haus.   (Foto: 23.6.2013 – g.kollmorgen-2305)
Dobiegniew -- Am Hohen Tor 5
^   Dobiegniew 2013 – Blick vom Hohen Tor in Richtung Kastanienplatz.   (Foto: 23.6.2013 – g.kollmorgen-2306)

      Der Stadtrundgang längs der früheren Ostmauer zeigte: Auch dort ist noch manches aus Woldenberger Zeiten anzutreffen. Man muß nur etwas genauer hinschauen, um solche ‚Antiquitäten‘ zu entdecken. Zu gerne hätten Woldenbergs Kinder am früheren Mühlentor etwas gegraben, um vielleicht noch das eine oder andere Andenken aus dem Mittelalter ans Licht zu bringen. Aber sicher werden Dobiegniews Kinder in den letzten 60 Jahren dort schon alles gefunden haben, was interessant ist.

    Dobiegniew -- Schuppen an der Brauhausstraße
^   Dobiegniew 2013 – Blick von der Brauhausstraße zur Kirche. An dieser Straße selbst existiert kein Woldenberger Gebäude mehr. Aber alle hier sichtbaren Häuser stammen noch aus der Zeit von vor 1945. Auch diese alten Schuppen könnten durchaus noch aus Woldenberger Zeiten sein. Links der untere Teil der früheren Kirchstraße. [Weitere Fotos aus dem Ostteil der Stadt]   (Foto: 22.6.2013 – g.kollmorgen-2288)


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