Auszug aus:
Heimatkalender für den Kreis Friedeberg/Nm. 1925,
Seite 1726 von Otto-Friedrich Gandert (Berlin).
Im Jahre 1858 fand ein Arbeiter beim Auswerfen eines Grabens zwischen Woldenberg und Driesen
diese Bernsteinfigur. Der Kopf wurde durch einen Spatenstich abgetrennt, ließ sich jedoch
genau wieder anfügen. 1859 gelangte sie von der Schwester des Finders in den Besitz des
bekannten
Astronomen Dr.
Hencke (Driesen).
1860 besichtigte sie bereits der Generaldirektor der Königlichen Museen zu Berlin. Durch
Erbgang erhielt sie ein Herr Matthes in Driesen, der sie im Jahre 1881 in den Verhandlungen der
Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte veröffentlichte
[Seite 297298]. Die Fundumstände entnahm er schriftlichen Aufzeichnungen des Astronomem
Dr. Hencke und glaubte mit diesem, daß das Stück eine wendische Kultfigur sei.
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Das bei Woldenberg 1858 gefundene Bernsteinpferd. Es gelangte 1899 aus Privatbesitz an die
vorgeschichtliche Abteilung der Königlichen Museen zu Berlin. Dort wurde es unter der
Bezeichnung I. f. 6646. Woldenberg Krs. Friedeberg katalogisiert.
[Mini-Poster mit Gedicht]
(Repro: 2007 khd)
[Ein Farbfoto des Bernsteinpferdchens]
Man schätzt heute (2006), daß das Bernsteinpferd etwa um 3000 v. Chr. geschnitzt
worden ist. Dieses Bernsteinpferd ist offensichtlich in den Wirren des 2. Weltkriegs
verlorengegangen, so daß eine genauere Datierung mit modernen wiss. Methoden nicht mehr
erfolgen kann.
Ein ähnlich einzigartiges Bernsteintier wurde 1994 zufälliug auf einem Acker im Landkreis
Lüchow- Dannenberg gefunden. Wissenschaftler halten diese Figur (vermutlich ein Elch) für
älter 14.000 Jahre alt, also am Ende der letzten Eiszeit entstanden.
[Das Bernsteintier von Weitsche]
[2004 auch den Bernsteinkopf gefunden]
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Im Jahrgang 1884 derselben Verhandlung (S. 569,

)
griff Rudolf Virchow bei Besprechung des Danziger
Bernsteinebers noch einmal auf unser Pferd zurück. Mit Recht hielt er beide Stücke für
zeitlich gleichstehend, nämlich neolithisch (jungsteinzeitlich). Diese Zeitstellung vertritt auch
Götze in seiner Geschichte der Neumark [Landsberg 1897, Seite 31].