Woldenberg (Neumark)   —  Am Marktplatz khd
Stand:  8.12.2011   (18. Ed.)  –  File: WBG/St/Wbg_Am_Marktplatz.html



Woldenberg Diese Seite ist Teil eines Woldenberg-Reports. Woldenberg – heute das polnische Dobiegniew – war bis 1945 eine kleine Stadt in der Neumark (Nm), dem damals östlichsten Teil der Mark Brandenburg. Zwar wurde zum 1. Oktober 1938 der Landkreis Friedeberg/Nm mit Woldenberg der Provinz Pommern (Pm) zugeschlagen, dennoch fühlten sich die Einwohner weiterhin als Neumärker. Seit 1945 gehört Woldenberg/Pm zu Polen. [Geschichte Woldenbergs]

   
  W o l d e n b e r g
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Auf dieser Seite werden Fotos vom Woldenberger Marktplatz, die bislang über die vielen Galerien verstreut waren, im Zusammenhang präsentiert. Leider gibt es nicht von allen Seiten der alten Randbebauung direkte Ansichten.

Dazu unternehmen wir einen virtuellen Rundgang und beginnen damit an der südlichen Seite – der Kirch-Seite – des gepflasterten Platzes im Zentrum Woldenbergs. Weiter geht es im Uhrzeigersinn um den Platz bis zur Rathaus-Seite im Osten. [Translation-Service]

I n d e x : 

Woldenberg — Die Süd-Seite des Marktplatzes


      Wir schauen auf die Woldenberger Marienkirche, vor der auf dem Marktplatz um 1900 noch in der Mitte das Krieger-Denkmal stand. Solche Denkmale wurden nach der Reichsgründung (1871) vielerorts aufgestellt.

Woldenberg -- Kirche und Denkmal um 1905
^   Woldenberg – Nordansicht der Kirche zu Kaisers Zeiten um 1905. Davor auf dem großen Marktplatz das Denkmal zu Ehren der im Frankreich-Krieg 1870/71 Gefallenen. Das Denkmal ist vom Preußischen Adler gekrönt. Wer mag der kleine Junge sein? An der rechten Seite der Kirche ist noch etwas vom Schulgebäude zu erkennen.

Die Inschrift des Krieger-Denkmals ist offensichtlich nicht überliefert. Jedenfalls wurden dazu bislang keine Hinweise gefunden. Das Denkmal existiert noch heute (2009), aber die alte Inschrift ist entfernt worden.

[Foto vom neuen Standort] [Zur Kirchen-Seite]   (Repro: 2009 – khd)


Woldenberg — Die West-Seite des Marktplatzes


Woldenberg -- Marktplatz mit Kirche und westlicher Randbebauung um ???
^   Woldenberger Marktplatz mit Marien-Kirche und westlicher Randbebauung um 1910. Links vor der Kirche das Denkmal für die im Krieg von 1870/71 Gefallenen.  (Repro: 2006 – bredwolf-File0011)

      In den Häusern an der westlichen Markplatzseite waren Geschäfte. Nach dem
Bericht von Erwin Müller (Jg. 1931) waren das ab der Ecke Richtstraße zuletzt (1944/45): Das Schuhgeschäft „Joseph“, eine Tankstelle, das Jugendheim, -?-, -?- und das Kolonialwarengeschäft „Hämpel oder Hempel“ [Ed: gemeint ist wohl „Hemp“, der auch bis 1945 Woldenbergs Bürgermeister war].


Woldenberg — Die Nord-Seite des Marktplatzes


      Von dieser Richtstraßen-Seite des Marktplatzes gibt es keine direkte Ansicht, weshalb wir uns mit zwei Ansichten von der Seite begnügen müssen.

Woldenberg -- Richtstraße vom Markt gesehen um 1905
^   Woldenberg – Die Richtstraße vom Markt aus in Richtung Hohes Tor gesehen um etwa 1905. An der Ecke zum Markt das Konfektionsgeschäft von Abraham Itzigsohn. [Zur Richtstraßen-Seite]   (Repro: 2011 – khd)

Woldenberg -- Untere Richtstraße / Am Markt um 1938
^   Woldenberg – Blick in die untere Richtstraße in Richtung Niedertor mit Sparkasse am Markt (rechts) um etwa 1938. [Zur Richtstraßen-Seite]   (Repro: 2011 – khd)

      Erwin Müller erinnerte sich: An der Richtstraße/Kurze Marktstraße mit Blick zur Kirche befand sich links ein Kolonialwarenladen „Händel“, rechts ein Geschäft namens „Wellnitz & Claus“, welches vermutlich Eisenwaren und Kfz-Zubehör verkaufte.


Woldenberg — Die Ost-Seite des Marktplatzes


      Das Woldenberger Rathaus platzte aus allen Nähten. Deshalb mußte die städtische Sparkasse ein eigenes Gebäude erhalten. Dieses entstand in den 1930er-Jahren am Markt Ecke Richtstraße (Anschrift: Am Markt 5), wo bis dahin das alte Pfarrhaus („Oberpfarre“) gestanden hatte. Unklar ist bislang, wohin die Pfarrer umzogen.

Woldenberg -- Sparkasse am Markt
^   Die Woldenberger Stadtsparkasse am Markt Ecke Richtstraße. Das um 1936 gebaute Eckhaus beherbergte auch das Woldenberger Heimat- Museum. An dieser Stelle stand früher die alte Oberpfarre.   (Repro: 2005 – khd)

      In dem neuen Sparkassengebäude wurde auch das Woldenberger Heimat-Museum untergebracht. Dieses bewahrte auch die alten Stadtakten auf, aus denen die Heimatforscher Paul van Nießen, Heinz Meydam und Gustav Ohst so viel Interessantes aus der Geschichte der Stadt in der Stadtchronik bzw. vielen Artikel berichtet haben. Auch das Sparkassengebäude wurde Ende Januar 1945 ein Opfer der Feuerbrunst nach dem Einmarsch der russischen Truppen. Damit sind auch alle alten Akten verloren.

Woldenberg -- Inserat der Stadtsparkasse
^   Ein Inserat der Woldenberger Stadtsparkasse aus den 1930er-Jahren. „Mündelsicher“! Und welche Bank ist das heute noch? Jedenfalls wirbt damit keiner mehr.   (Repro: 2011 – khd)


Woldenberg -- Östliche Randbebauung am Marktplatz
^   Die östliche Randbebauung des Woldenberger Marktplatzes um 1925 mit der alten Oberpfarre (ganz links), daneben das Linden-Café, das Rathaus (in der Mitte) und der Apotheke (rechts). Die Gebäude wurden 1945 durch Brandschatzung der russischen Truppen alle zerstört. An der Stelle der Oberpfarre stand bis 1945 der Neubau der Sparkasse.   (Repro: 2007 – khd)

      Auch das Apotheken-Gebäude rechts neben dem Woldenberger Rathaus mit der Anschrift „Am Markt 8“ war schon ein altes Haus. Es soll etwa um 1700 gebaut worden sein. Um 1925 gehörte die Apotheke und Drogenhandlung Dr. Erhard Schwantes. Ob dieser die Apotheke bis 1945 führte ist sehr wahrscheinlich, aber derzeit unklar. Vielleicht weiß ein(e) Leser/in mehr.


Woldenberg — Der Marktplatz im Winter


Woldenberg -- Die Markt-Silhouette um 1895
^   Woldenberg – Die Markt-Silhouette um etwa 1895. Also entweder war’s wirklich Winter, oder es ist eine Vorwegnahme von surrealistischer Fotografie-Verfremdung auf Ansichtskarten.   (Repro: 2010 – khd)


Anhang — Weitere Fotos vom Markt


Woldenberg -- Denkmal am Markt            
^   Denkmal zum Gedenken an die Gefallenen des Krieges 1870/71, das am Markt bei der Kirche stand. *   (Repro: 2003 – khd)
Woldenberg -- Marktportal der Kirche
^   Marktportal der Woldenberger Marien- Kirche. [Foto von 2005]   (Repro: 2007 – khd)

      Übrigens, dieses Krieger-Denkmal zog bereits zu Woldenberger Zeiten vom Marktplatz auf die Ecke beim Kirchturm um. Auf diesem
Kirchen-Foto aus den vermutlich 1920er-Jahren geht das hervor. Warum das geschah, ist derzeit nicht bekannt. An dieser Stelle befindet sich das Denkmal noch heute in Dobiegniew.

Frankreich-Krieg 1870/71:
Beim diesem Krieg handelt es sich um den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71, dessen Ergebnis letztendlich zur Einigung Deutschlands führte. Und genau im Bemühen des Reichskanzlers von Bismarck, Deutschland zu einen, hatte dieser Krieg auch seinen Ursprung. Frankreich sah das damals unter Napoleon III als massive Bedrohung der eigenen Vormachtstellung an und erklärte Preußen am 19.7.1870 aus nichtigem Anlaß (Emser Depesche) den Krieg.

Preußen bzw. Deutschland gewann diesen Krieg und am 18.1.1871 konnte das 2. Deutsche Reich gegründet werden. In Deutschland begann die Gründerzeit mit einem Boom der Wirtschaft. Aber alles endete 1914 im Chaos des 1. Weltkriegs.


      Es verwundert schon etwas, daß bislang keine alten Fotos von einem Marktgeschehen auf dem Woldenberger Marktplatz aufgetaucht sind. Ansich ist so ein Geschehen ein beliebtes Motiv für Ansichtskarten. Es mag aber daran liegen, daß in Woldenberg nur selten Märkte veranstaltet wurden, wie bereits
im Forum berichtet wurde:

      „Offensichtlich gab es einen wöchentlichen Markt nicht. Nach den Angaben in den Marktkalendern, die in den alten »Heimatkalendern für den Kreis Friedeberg« im Anhang zu finden sind, gab es im Jahr nur 4 Viehmärkte (Februar, Mai, September und November) und außerdem im August einen Pferdemarkt.

      Am Tag nach dem Viehmarkt fand dann in Woldenberg immer ein »Krammarkt« statt. Zumindest war das 1923 so. Ob das in den Kriegsjahren (1939–1945) auch noch so war, ist unklar. Auch in den Städten Driesen und Friedeberg gab es damals keine Wochenmärkte.“

Woldenberg -- Linden-Café am Markt
^   Woldenberg – Das Linden-Café am Markt Nr. 6. Es lag gleich neben dem Woldenberger Rathaus (Am Markt Nr. 7).   (Repro: 2010 – khd)

      Das Linden-Café lag gleich links neben dem Rathaus. Sicher gibt es schon deshalb viele Geschichtchen über diese „Restauration“ (wie es im
Adreßbuch heißt). Wieviel (politische) Entscheidungen mögen die Woldenberger Ratsherren hier beim guten Essen und Trinken getroffen haben. Aber niemand hat das je aufgeschrieben . . .




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