Woldenberg (Neumark)   —  Die Schule khd
Stand:  24.4.2013   (34. Ed.)  –  File: WBG/St/Woldenberger_Schule.html



Woldenberg Diese Seite ist Teil eines Woldenberg-Reports. Woldenberg – heute das polnische Dobiegniew – war bis 1945 eine kleine Stadt in der Neumark (Nm), dem damals östlichsten Teil der Mark Brandenburg. Zwar wurde zum 1. Oktober 1938 der Landkreis Friedeberg/Nm mit Woldenberg der Provinz Pommern (Pm) zugeschlagen, dennoch fühlten sich die Einwohner weiterhin als Neumärker. Seit 1945 gehört Woldenberg/Pm zu Polen. [Geschichte Woldenbergs]

      Schulanfang
^   Schulanfang mit Tafel und Griffel.
Die meisten heute noch lebenden Woldenberger werden sich noch an den Beginn ihres Schullebens erinnern. Es begann in dem großen Schulgebäude, das neben der Kirche am Marktplatz stand und den Krieg nicht überlebte.

Geschrieben wurde damals noch nicht auf Papier in Heften, sondern auf Schiefertafeln mit einem Griffel, der auch schon mal zum Pieken anderer Kinder benutzt wurde. Zum Löschen des Geschriebenen diente ein kleiner feuchter Schwamm.

Leider wurde bislang nichts an textlicher Überlieferung zur Geschichte der Woldenberger Schulen (Volks- und Mittel-Schule) gefunden, so daß hier noch eine Lücke bleiben muß. [
Translation-Service]

I n d e x : 

Woldenberg — Die Schule am Marktplatz


Woldenberg -- Die Schule am Markt
^   Woldenbergs Schule, die neben der Marienkirche an der Schulstraße stand. Das Gebäude beherbergte die Volksschule und eine Mittelschule. Eine Oberschule (Gymnasium) gab es nicht. Oberschüler mußten täglich mit dem Post-Bus nach Friedeberg fahren (Fahrzeit 45 Minuten). [Mini-Poster davon] [Schule aus der Luft]  [Liste der Lehrer]   (Repro: 2005 – khd)


Woldenberg — Lehrer-Kollegium um 1900


(dazu gibt es 2 alte Fotos, die demnächst folgen).


[
Ein Klassen-Foto von 1919]


Woldenberg — Lehrer und Lehrerinnen


      Mit der folgenden Liste soll versucht werden, nach und nach die Namen der Lehrer und Lehrerinnen, die in Woldenberg an der Volksschule (VSch) und der Mittelschule (MSch) bis 1945 wirkten, festzuhalten. Der Schulbetrieb endete 1944 mit dem Beginn der Weihnachtsferien. 


Lehrer in Woldenberg 1900–1945
Quelle: Gesammeltes Wissen der Leser
Blauert, (Herr)    
Bonewitz, C. (Herr)   12
Brauer, Friede VSch 2
Bredolow, Hermann    
Bröse, Betty MSch 11
Dittberner, Gerhard VSch  
Dittberner, Gustav Konrektor 1
Dräger, (Herr)   8
Frey, (Herr)    
Fritz, C. (Herr)   12
Futterlieb, Heinrich VSch 15
Grauert, Ernst    
Grünwald, Adolf VSch + MSch 3
Hahn, Reinhold    
Hille, (Herr)   13
Jentsch, Dorothea VSch  
Kamrath, Franz VSch  
Klaar, (Herr) VSch 16
Kleinschmidt, (Herr) Rektor  
Klettner, Gertrud VSch 17
Lohoff, (Herr) VSch 16
Marzinski, (Herr) Schuldiener  
Menzel, (Herr) VSch  
Oehlke, Friedrich (Fritz) VSch  
 
Osterhagen, (Frau) VSch  
Osterhagen, Hermann VSch  
Pape, Kurt VSch  
Pfitzner, August Schulwart  
Richmer, (Herr) MSch 7
Riedel, (Herr)    
Riemer, (Herr)   10
Schauseil, Ernst VSch  
Schenk, Paul    
Schröder, Otto VSch  
Schulz, Anna VSch 14
Schulz, Emil MSch 6
Seelig, (Herr) VSch 16
Steig, Anna VSch 4
Streich, (Herr) VSch 5
Stumpff, Gertrud MSch  
Stürzebecher, (Herr) VSch  
Tode, (Frau)   9
Wichmann, Franz VSch 18
Winter, Johannes    
Wolf, Arno    
Wohlfeil, (Herr) VSch  
     
     
  1) Er war auch Konrektor der Schule sowie Kantor und Organist an der Kirche.
  2) Mutter des Buchautors Gert Brauer.
  3) Rektor der Volks- und der Mittelschule. Autor von: „Woldenberg Stadtmauer“ + „Woldenberg 1850
  4) Handarbeitslehrerin bis 1918.
  5) Unterrichtete hauptsächlich Musik.
  6) Konrektor. Von ihm ist bekannt, daß er ein strammer Nazi (NSDAP-Ortsgruppenleiter) war.
  7) Er war Mathematik-Lehrer.
  8) War vermutlich Rektor der Schule.
  9) Sie war nur Sportlehrerin und jünger als alle anderen Lehrer.
10) Er war Mathe-Lehrer und agierte „wie eine Rechenmaschine“ (Margot Lindenblatt).
11) Sie war um 1942 Englisch-Lehrerin an der Mittelschule.
12) War um 1892 laut einem alten Poesie-Album Lehrer an der Woldenberger Schule.
13) Herr Hille war Musiklehrer.
14) Frau Anna Schulz war Turnlehrerin für die Mädchen.
15) Herr Futterlieb, der auch Turnlehrer war, wurde 1924 pensioniert.
16) War im 19. Jahrhundert Lehrer in Woldenberg.
17) Frau Gertrud Klettner war Handarbeitslehrerin (1928–1936).
18) Herr Wichmann lebte von 1845–1933.


Woldenberg — Erinnerung an Mitschüler


      Im Gästebuch (Forum) teilten einige Leser ihre Erinnerungen an Mitschüler in der Woldenberger Schule aus den 1940er-Jahren mit, die hier wiederholt werden.

Am 16.6.2009 teilte Erwin Müller (Jg. 1931) mit (GB 065):

Jungen: Kurt Kuckuck, Bernhard Langner, Eberhard Sell, Kurt Stein, ? Lindenblatt, Gerhard Molzan, Günter Bennert, Erwin Kühn, Heinz Kuhlmann, Eberhard Zöpke (Neffe von Dr. Bredereck), Herbert Weber, Hein Seegert, Erhard Vierus, Werner (?) Michaelis, Eberhard Jäckel, ? Splettstößer, Friedhelm Reichhelm.

Mädchen: Wilhelmine Mewis, Irmgard Seegert, Erna Stürmer, ? Jäckel.

Insgesamt gingen 24 Jungen und 24 Mädchen in diese Klasse. Die unterrichtenden Lehrer in dieser Klasse waren Frau Osterhagen, Herr Schauseil, Herr Streich und Herr Oehlke.



Am 7.1.2011 teilte Heinz Seegert (Jg. 1934) mit (GB 124):

Ich wurde 1940 eingeschult und habe an das Klassenbuch noch gute Erinnerungen. Jeden Morgen wurden die Schüler aufgerufen und hatten mit „hier“ zu bestätigen.

Folgende Namen von Mitschülern sind mir im Gedächtnis geblieben: Adomeit, Ahnefeld, Bergmann, Böse, Borowzak, Bruhnke, Buchholz, Falbe, Furchtmann, Gehrmann, Hamann, Heise, Hepper, Hinz, Hohm, Hübner, Kinze, Krause, Krug, Lothar, Lubitz, Marquard, Mohr, die letzten sind mit entfallen. Vielleicht gibt es noch Personen, die sich an diese Namen erinnern.




Woldenberg — Zur Geschichte der Schule


      Über die Gründung der Woldenberger Schule ist nichts Genaues bekannt. In einer Urkunde wird 1505 ein „Schulmeister“ erwähnt, so daß angenommen werden darf, daß es zu dieser Zeit bereits eine Unterrichtung von Kindern gegeben haben wird. Mit dem Bau eines Schulgebäudes ist aber sicher erst später begonnen worden.

      Aus Überlieferungen wissen wir, daß beim großen Brand von 1618 auch die Schule niederbrannte. Daraus folgt: Vermutlich nach der Reformation, also um die Mitte des 16. Jahrhunderts erhielt Woldenberg seinen ersten Schulbau am Markt. Erst 1677 beschloß die Woldenberger Bürgerschaft den Bau einer neuen Schule, die aber nicht lange hielt.

      (das folgt demnächst).

      Mitte des 19. Jahrhunderts begann man auch in Woldenberg mit einem Turnunterricht für die oberen Schulklassen. Das Turnen fand im Freien statt. Dafür wurde an der Friedeberger Chaussee (hieß damals wohl noch Lauchstädter Chaussee) gleich hinter dem Eisenbahnübergang ein Turnplatz gegenüber vom Gehege angelegt und mit einigen wetterfesten Turngeräten wie Reck und Barren ausgestattet.

      Mit dem Mädchenturnen begann man 1894. Es fand auch auf diesem Turnplatz statt. Da dort das Turnen nur im Sommer stattfinden konnte, mietete um 1900 die Stadt im Winter den Saal bei Ziebarths. Der aber war schon bald für den Turnbetrieb zu klein. Deshalb beschloß die Stadt um 1910 den Bau einer städtischen Turnhalle auf dem Schulhof an der Junkerstraße. 1914 war diese neue Turnhalle fertig, wurde dann aber im 1. Weltkrieg erst einmal als Reservelazarett genutzt.

      Im 20. Jahrhundert waren im Woldenberger Schulgebàude 3 Schulen vereint: Die Volksschule, die Knaben-Mittelschule und eine kaufmännische Fortbildungsschule. Zu Zeiten des Rektors Grünwald – also Anfang der 1920er-Jahren – waren an der Volksschule 16 Lehrer und 2 Lehrerinnen tätig. Die Mittelschule war mit 5 Lehrern ausgestattet.

Woldenberg -- Fahnenappell im Baracken-Lager der Wehrmacht
^   In diesen Wehrmachts-Baracken hinterm Gehege endete 1944/45 die Woldenberger Schule.  (Repro: 2006 – bredwolf-File0120)

      Angesichts der sich nähernden Ostfront wurde im Herbst 1944 das Woldenberger Schulgebäude zum Lazarett umfunktioniert. Der Schulbetrieb wurde in einige der Holzbaracken des Militärs hinter dem Gehege verlagert und fand dort im Schichtbetrieb statt. Nach den Weihnachtsferien 1944/45 gab es bis zur
Flucht Ende Januar 1945 keinen Unterricht mehr. Beim Großbrand Woldenbergs nach dem Einmarsch der Russen in den letzten Januartagen 1945 wurde auch die Woldenberger Schule zerstört.




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