Über die Gründung der Woldenberger Schule ist nichts Genaues bekannt. In einer Urkunde
wird 1505 ein Schulmeister erwähnt, so daß angenommen werden darf, daß
es zu dieser Zeit bereits eine Unterrichtung von Kindern gegeben haben wird. Mit dem Bau eines
Schulgebäudes ist aber sicher erst später begonnen worden.
Aus Überlieferungen wissen wir, daß beim großen Brand von 1618 auch die Schule
niederbrannte. Daraus folgt: Vermutlich nach der Reformation, also um die Mitte des 16.
Jahrhunderts erhielt Woldenberg seinen ersten Schulbau am Markt. Erst 1677 beschloß die
Woldenberger Bürgerschaft den Bau einer neuen Schule, die aber nicht lange hielt.
(das folgt demnächst).
Mitte des 19. Jahrhunderts begann man auch in Woldenberg mit einem Turnunterricht für die
oberen Schulklassen. Das Turnen fand im Freien statt. Dafür wurde an der Friedeberger
Chaussee (hieß damals wohl noch Lauchstädter Chaussee) gleich hinter dem
Eisenbahnübergang ein Turnplatz gegenüber vom Gehege angelegt und mit einigen
wetterfesten Turngeräten wie Reck und Barren ausgestattet.
Mit dem Mädchenturnen begann man 1894. Es fand auch auf diesem Turnplatz statt. Da dort das
Turnen nur im Sommer stattfinden konnte, mietete um 1900 die Stadt im Winter den Saal bei Ziebarths.
Der aber war schon bald für den Turnbetrieb zu klein. Deshalb beschloß die Stadt um 1910
den Bau einer städtischen Turnhalle auf dem Schulhof an der Junkerstraße. 1914 war diese
neue Turnhalle fertig, wurde dann aber im 1. Weltkrieg erst einmal als Reservelazarett
genutzt.
Im 20. Jahrhundert waren im Woldenberger Schulgebàude 3 Schulen vereint: Die Volksschule,
die Knaben-Mittelschule und eine kaufmännische Fortbildungsschule. Zu Zeiten des Rektors
Grünwald also Anfang der 1920er-Jahren waren an der Volksschule 16 Lehrer und 2
Lehrerinnen tätig. Die Mittelschule war mit 5 Lehrern ausgestattet.
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In diesen Wehrmachts-Baracken hinterm Gehege endete 1944/45 die Woldenberger Schule.
(Repro: 2006 bredwolf-File0120)
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Angesichts der sich nähernden Ostfront wurde im Herbst 1944 das Woldenberger Schulgebäude
zum Lazarett umfunktioniert. Der Schulbetrieb wurde in einige der Holzbaracken des Militärs
hinter dem Gehege verlagert und fand dort im Schichtbetrieb statt. Nach den Weihnachtsferien
1944/45 gab es bis zur
Flucht Ende Januar 1945 keinen Unterricht mehr. Beim Großbrand Woldenbergs
nach dem Einmarsch der Russen in den letzten Januartagen 1945 wurde auch die Woldenberger Schule
zerstört.